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Wanderweg bald in luftiger Höhe?


31. August 2007 - Von Ralf in News, Umwelt | Druckversion | Versandversion

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Die Meldung über einen Steinwurf von der alten Eisenbahnbrücke, erinnert an die geplante Verlegung des Wanderweges, über die alte Eisenbahnbrücke hinweg.
Grund genug um dem alten Schätzchen mal einen Höflichkeitsbesuch abzustatten, welches die Ruhrstraße, im Bereich der Gaststätte „Jagdhütte“, überquert.

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Anders, als beim zweiten Viadukt, das an der Stadtgrenze nach Essen-Kettwig steht, kommt man hier viel dichter an das Bauwerk heran. Und je mehr man sich der Brücke nähert, desto imposanter wirkt sie. Von beiden Seiten ist der Zugang zur Brücke durch hohe und abgeschlossene Tore versperrt. Warnschilder verbieten das Betreten. Kürzlich müssen aber Mitarbeiter der Stadtbetriebe gewirkt haben, denn vor einem Tor wurden sämtliche Büsche und Bäume beseitigt. Auch auf der Brücke selbst, steht nur etwas Unkraut. Vielleicht sind das erste Hinweise für weitere Arbeiten oder etwa den geplanten Besuch eines Statikers, der das Viadukt mal etwas genauer betrachtet?

Stadt- und Eisenbahngeschichte

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Anfang der zwanziger Jahre aus Naturstein errichtet, überspannt dieses Bauwerk das Tal. Die Höhe dieser Brücke dürfte ca. 30 Meter sein. Im Jahre 1926 fuhr der erste Personenzug zwischen Heiligenhaus und Essen-Kettwig. Das Schwarzweißfoto (*) zeigt den ersten Zug, am 23. Juli 1926, der zwischen Heiligenhaus – Isenbügel und Kettwig fuhr, im Bahnhof Isenbügel. Das ist direkt hinter der Brücke.
Damals natürlich mit Dampflokomotiven, auf der eingleisigen Strecke. Am gleichen Tage hatte Bürgermeister Scheiper den goldenen Nagel eingeschlagen, als die Verbindung fertig gestellt wurde. Nach 35 Jahren, wurde bereits 1961 die Zugverbindung wieder eingestellt. Die Bahngleise zwischen Heiligenhaus-Bahnhof und Kettwig wurden entfernt.

Entstehung des Wanderwegs

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Aus einem Trampelpfad, den es im Innenstadtbereich der Trasse schon immer gab, entstand ein offizieller Wanderweg. Seit 1961 steht die Brücke nutzlos in der Landschaft und trotzt den Unbilden der Witterung. Frost, Schnee, Regen, Sturm, Sonne, Hagel können diesem Bauwerk anscheinend nicht viel anhaben. Ob die Natursteine aus einem nahegelegenen Steinbruch an der Ruhstraße stammen? Die Vermutung liegt nahe, denn der Steinbruch liegt quasi um die Ecke!


Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Welch eine Bauleistung und alles ohne moderner Hilfe. Zwar nagt der Zahn der Zeit an der Brücke, aber die Schäden dürften weitaus geringer sein, als bei einer – vergleichsweise – ungepflegten und nicht gewarteten Betonbrücke. Geht man den Fußweg von der Unterilp, in Richtung Bahntrasse hoch, steht man schon bald vor dem ehemaligen Bahnhof Isenbügel. Heute ist das Haus ein Privathaus. Der Wanderweg führt an diesem Haus vorbei, weiter in Richtung Ratingen-Hösel und endet an der Stadtgrenze, am Görscheider Weg.

Vorfälle an der Brücke

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

In den letzten 40 Jahren gab es immer wieder Ärger an dieser Brücke. Solche Brücken sind ein Anziehungspunkt für Kinder und Jugendliche. Warn- und Verbotsschilder und einfachere Absperrungen halfen irgendwann nicht mehr. Zu einem späteren Zeitpunkt hat sich die Stadtverwaltung dazu entschlossen den Zugang zur Brücke mit großen Toren zu verschließen. Lange Zeit war Ruhe. Die Kids verbrachten anscheinend mehr Zeit vor dem Computer und weniger in der Natur. Von daher gab es mutmaßlich weniger Zwischenfälle.


Abgesehen davon, ist die Brücke relativ gut gegen unerlaubtes Betreten gesichert. Aber eine einhundertprozentige Sicherheit gibt es nirgendwo.

Wanderweg mit Brückenschluss?

Wanderweg Eisenbahnbrücke Heiligenhaus

Der heute bestehende Wanderweg, zwischen der Kettwiger Straße und Ratingen Hösel, ist an dieser Stelle unterbrochen. Fußgänger müssen den steilen Weg nach unten nehmen, die Ruhrstraße überqueren und dann auf der anderen Seite den Fußweg benutzen, der dann wieder auf die Bahntrasse führt. Das ist umständlich und gerade für ältere Menschen beschwerlich. Nun soll irgendwann der Weg wieder direkt über die Brücke führen. Die Traglast der Brücke wird nach all den Jahren nicht das Problem sein, denn seit Beendigung des Bahnverkehrs trägt sie den Gleisschotter immer noch. Das alleine dürften schon mehrere Tonnen sein. Trotzdem müsste man mal nach dem Geländer sehen und die ein oder andere Bodenwelle ausgleichen. Insbesondere an den Brückenansätzen. Die Baupläne der Brücke gibt es noch. Sie waren vor einiger Zeit Bestandteil einer Ausstellung im Heimatmuseum. Nachdem die Stadt Heiligenhaus die alte Bahntrasse von der Bundesbahn gekauft hat, kann sie über die Liegenschaft verfügen.

Erklärtes Ziel ist es, diese Liegenschaft zu sichern und zunächst einen möglichst durchgängigen Wanderweg zwischen Velbert und Ratingen Hösel entstehen zu lassen. Einen Zeitplan für dieses Vorhaben scheint es nicht zu geben und natürlich ist es auch eine Frage der Finanzierung. Vielleicht gibt es aber auch Fördertöpfe von Land und Bund?
Der Grundgedanke aber wird schon jetzt viele Wanderer erfreuen. Und in der fernen Zukunft wird es vielleicht auch wieder eine Niederbergbahn in Heiligenhaus geben.
Landrat Hendele macht sich ja stark dafür. Bis dahin bleibt aber noch viel zu tun. Und vielleicht ist es auch Möglich, das große Viadukt, im Bereich Frankfurter Straße / Ruhrstraße, für einen Wanderweg zu öffnen?

Das wäre nicht nur gut für die Wanderer, sondern auch gut für den gesamten Naherholungswert unserer Region. Gerade im westlichen Teil des Wanderwegs gibt es sehr eindrucksvolle Ausblicke in die Natur. Einen durchgängigen Wanderweg, von Velbert über Heiligenhaus bis nach Essen-Kettwig, würden sich sicherlich viele Menschen wünschen.

* Literaturhinweis & Quellenangabe / Foto:
“Heiligenhaus in alten Bildern“
Verlag Gronenberg / Gummersbach
ISBN 3-88265-098-2

3 Kommentare

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1. Rüdiger schrieb am 31. August 2007 um 13:04

Auch ich bin als Rotznase, illegalerweise, schon über diese Brücke gegangen. Allerdings gab es zu jener Zeit noch keine PC´s mit denen ich mir meine Zeit hätte vertreiben können.

2. Gabypsilon schrieb am 31. August 2007 um 23:47

Ich weiß nicht, wie oft ich schon über diese Brücke gelaufen bin (wohl auch illegal ;-) ) und ich würde es gerne (legal) wieder tun, denn der Umweg über die Ruhrstraße ist – zwar nicht unbedingt zu Fuß, aber mit dem Fahrrad – schon sehr lästig!

3. Heiligenhaus Blog » Zukunft für die „Denkmalsbrücke“ an der Unterilp schrieb am 10. Januar 2008 um 12:11

[...] Weitere Infos zur Brücke/Wanderweg findet ihr hier   [...]

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