Rundgang auf der sanierten Schlammdeponie Isenbügel
Untere Bodenbehörde informierte über Details der Maßnahme

Interessierte Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um sich ein eigenes Bild von der Anlage zu machen und sich über Details zu informieren. Sie waren der gemeinsamen Einladung durch den Kreis Mettmann, der Stadt Heiligenhaus und dem Bürgerverein Isenbügel gefolgt. Die Sanierung der kreiseigenen Deponie erfolgte im Zeitraum Juni bis Oktober 2007. Am Donnerstagnachmittag um 17:00 Uhr begrüßte der 1. Vorsitzende des Bürgervereins Isenbügel, Hans Schäfer alle Anwesenden, auf dem Isenbügeler Kopf.

Silvia Schnitzler

Herr Willecke
Er stellte Frau Sylvia Schnitzler, von der unteren Bodenbehörde des Kreises Mettmann, vor und Herrn Willecke, von der Stadtverwaltung Heiligenhaus. Zusammen ging man dann zu Fuß auf die sanierte Deponie. Auf dem sich anschließenden Rundgang machte Frau Schnitzler deutlich, dass die Deponie im Jahre 1967 genehmigt wurde. Mit den Auflagen, die in der damaligen Zeit galten.
Es hätte seinerzeit Bodenuntersuchungen gegeben und man hätte festgestellt das der Boden wasserundurchlässig ist. So wurde die Anlage gebaut, in dem man eine Art Kuhle errichtet hat.
Der Grund für die Sanierung
Betrieben wurde die Deponie dann von 1968 bis 1979 durch den Ruhrverband.
Abgelagert wurden hier entwässerte Industrieschlämme, aus metallverarbeitenden Firmen. Die Kapazität der Deponie war auf 14.000 Kubikmeter ausgelegt worden. Allerdings sind die Dämme – vermutlich – mit Deponat erhöht worden, um das Fassungsvermögen zu vergrößern.

Das Fassungsvermögen der Deponie betrug somit 28.000 Kubikmeter. Für eine weitere Vergrößerung der Deponie wurde damals keine Genehmigung erteilt. Man stellte vor einiger Zeit fest, dass der Boden mit Schwermetallen belastet war. Vor der Sanierung hätte man auch eine unkritische Belastung mit Schwermetallen im Sickerwasser und auch im Grundwasser festgestellt. Diesen Umstand konnte man sich jedoch nicht erklären, denn eine Auswaschung war eigentlich unmöglich.

Von einer Verseuchung kann man aber nicht sprechen, denn die Konzentrationen waren sehr gering und lagen weit unter den Grenzwerten. Bis heute kennt man die Ursache nicht, man vermutet chemische Reaktionen, die zu dem Nachweis von Zink, Eisen und Blei geführt haben. Man hat sich auch für die Sanierung entschlossen, weil die Deponie – nach heutigen Gesichtspunkten – nur unzureichend gegen Regenwasser und Erosion geschützt war. Von einer ursprünglich aufgebrachten Plane, hat man bei der Sanierung kaum noch etwas gefunden. Sylvia Schnitzler: „Stellen sie sich die alte Plane etwa wie eine Teichfolie vor. Davon war kaum noch etwas übrig.“
In der früheren Zeit hat man sich wenig um den Umweltschutz gekümmert, weil es kein großes Thema war. Verwendete Materialien wurden nicht auf ihre Eignung überprüft. Die Deponie ist nun nach neuesten umwelttechnischen Gesichtspunkten saniert worden.
Die einzelnen Maßnahmen
Es wurde ein sogenanntes Dachprofil erstellt. Auftreffendes Regenwasser läuft in seitlich liegenden Randgräben ab. Zwei Raubettgerinne (Abläufe) wurden angelegt. Das Regenwasser und das Sickerwasser aus der Deponie sammeln sich in Schächten und werden über eine Rigole langsam an das Erdreich abgegeben. Bei einer Rigole handelt es sich um ein Rohr mit Schlitzen, das mit einem speziellen Geflecht versehen ist. Dieses Rohr verbindet unterirdisch die beiden vorhandenen Schächte. Die Oberfläche der Deponie wurde mit einer Kunststoffbahn abgedichtet. Bei dem verwendeten Material handelt es sich um eine 2,5 mm starke Kunststoffbahn, die überlappend verlegt und verschweißt wurde. Außerdem wurde sie mit Sandsäcken beschwert. Die Folie hat eine Zulassung für den Deponiebau (Bundesamt für Materialprüfung) und 100 Jahre Beständigkeit. Die zusammengeschweißte Folie wurde einer Druckprüfung unterzogen und auf ihre Dichtigkeit überprüft. Frau Schnitzler hatte eine Materialprobe dabei und konnte anhand von Fotos und Plänen die Arbeitsschritte verdeutlichen. Die Gesamtfläche beträgt 7800 m². Über dieser Folie liegt eine Drainagematte. Somit wird ein Eindringen von Regenwasser in das Deponat verhindert. Darüber befindet sich eine Erdschicht von einem Meter Stärke. Ein Geotextil wurde aufgebracht und mit einer weiteren Erdschicht versehen. Dieses Geotextil ist an einigen Stellen des Rundweges erkennbar, der über die Deponie führt. Frau Schnitzler machte deutlich, dass alle Arbeiten nach Anweisung der Bezirksregierung Düsseldorf ausgeführt wurden. Die Vorgaben – wegen dem Umweltschutz – sind sehr detailliert, so das es nur wenig Gestaltungsfreiraum gibt. Auf der Deponie befinden sich mehrere Messstellen, so das der angelegte Weg in erster Line ein Betriebsweg ist. Dieser Weg ermöglicht es die Deponie zu überwachen und auch Arbeiten in einem gewissen Umfang durchzuführen. So kann man die bereits erwähnte Rigole auch durchspülen, wenn es erforderlich ist.

Sylvia Schnitzler: „Es ist in erster Linie ein Betriebsweg, der natürlich der Bevölkerung ebenfalls für Spaziergänge zur Verfügung steht.“
Öffentlicher Zugang und Sanierungskosten

Silvia Schnitzler & Hans Schäfer
Die Deponie soll für die Menschen öffentlich zugänglich bleiben. Vorraussetzung ist, dass nichts beschädigt wird. Man will der Bevölkerung die Möglichkeit geben den Platz aufzusuchen und auf der Deponie spazieren zu gehen. Weitere Nutzungen sind aber nicht möglich. Sylvia Schnitzler: „Wir möchten hier nicht erleben, dass die Anlage durch Mountainbiker beschädigt wird, sonst wird sie eingezäunt. Auch eine Schutzhütte, die sich junge Leute aus Isenbügel wünschen, können wir auf der Deponie nicht erlauben. So etwas verbietet die Bezirksregierung deutlich in ihren Vorgaben!“
Die Deponie ist teilweise schon mit Rasen eingesät. Er werden noch Buschgruppen angepflanzt, die flache Wurzeln haben werden. Auch hier gibt es genaue Vorgaben. Ein vorhandener “Schotterrasen“ auf der Deponie soll Heuschrecken die Möglichkeit geben, die aufheizten Steine im Sommer zu nutzen. Was so aussieht wie liegengelassener Schotter, hat durchaus einen Sinn. Die Sanierungskosten waren mit einer Million Euro kalkuliert, haben aber tatsächlich nur 520.000 Euro betragen. Zu 80 % konnten Fördermittel des Landes NRW genutzt werden.

Frau Schnitzler beantwortete viele Fragen der interessierten Mitbürger und machte deutlich das die Bebachtung des Sickerwassers und des Grundwassers bald Aufschluss darüber geben wird, ob die Sanierung erfolgreich war. Dieser Nachweis ist erst nach einiger Zeit durch Analysen möglich, weil die Deponie noch “ausblutet“.
Die Bürger aus Isenbügel und der Bürgerverein wünschen sich nun, dass auch ein zweites Schlammbecken (Deponie Nord) saniert wird, wofür allerdings der Ruhrverband – als Eigentümer – zuständig ist. Man ist der Meinung, dass auch hier etwas getan werden muss, nach so vielen Jahren. Für die Freizeitnutzung denkt man nun an eine abschließbare Grillhütte auf einem eingezäunten Gelände nach. Erörtert wurde noch die Müllproblematik im Bereich des gesamten Isenbügeler Kopfes.
Saving...
















Hallo, erstmal danke für den guten Bericht! Aber da kriege ich echt zuviel wenn ich das lese… Wir trinken verseuchtes Wasser ist ganz klar raus zulesen, unter den Grenzwerten *lach* Kann mir keiner Erzählen, jetzt ist sie neu aber…die Deponie blutet noch aus, *lach* Warum wird der mist nicht Recycled?? Das geht 100%ig!
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@FlippmodeVielen Dank erst einmal für das Lob. Tatsächlich ist die Berichterstattung hier schon sehr umfangreich und detailiert. Es gab natürlich auch Erdbewegungen und viele Dinge wurden auf der Deponie absolut neu angelegt. Bis die Wirkung messbar nachgewiesen ist, wird es noch etwas dauern, denn dieser Versickerungs-Prozess braucht seine Zeit. Fakt ist, dass diese Deponie nun gut geschützt gegen Regen ist. Das war sie vorher vermutlich nicht, weil Schlamm dazu benutzt wurde, um das Fassungsvermögen zu vergrößern. Nun hat man frische Erde und auch Kies herbeigeschaftt und alles neu gemacht. Ich glaube auch nicht, dass es ein ernstes Problem mit dem Grundwasser oder dem Trinkwassser gibt. Trinkwasser haben wir hier in Heiligenhaus in einer guten Qualität und in mehr als ausreichenden Mengen. Ich trinke dieses Wasser seit über 40 Jahren und es geht mir gut. Mehr Urteil kann ich mir dazu nicht erlauben, denn ich gehöre nicht zu den Experten. Soweit ich es weiß, wird unser Trinkwasser auch streng auf Qualität überwacht. Details dazu müsste man bei den Stadtwerken erfragen. Vielleicht rufst Du dort einmal an und erkundigst Dich? LG, Ralf.
Naja Ralf, über das Trinkwasser lässt sich bekanntlich streiten….
Wenn ich länger nicht in Heiligenhaus war und hier Dusche , sei es an der Bogenstrasse oder am Mönchssiepen, juckt mir jedes mal die Haut und sie ist extrem trocken.
Vielleicht liegt es daran das es so kalkhaltig ist ??? i weiss es net …..
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Das Trinkwasser in Heiligenhaus ist schon als (extrem) "hart" zu beszeichnen.

Das Wasser enthält deutlich mehr als 3 mmol/l Calciumcarbonat (Kalk halt).
(Brunnen III = 3,86 mmol/l — Brunnen IV = 3,45 mmol/l)
Wasser, das über 2,5 mmol/l Calciumcarbonat enthält, ist laut WRMG §9 als "hart" zu bezeichnen.
Allerdings sollte das nun nicht wirklich überraschen. Alleine die Kalksteinwerke in Wülfrath sollten einen dezenten Hinweis auf den Kalkgehalt des Bodens geben…
Ansonsten kann man das Wasser aber beruhigt trinken.
Die letzte Wasseranalyse vom 16.08.2007 hat ergeben, das sämmtliche relevanten Inhaltsstoffe weit unter dem Grenzwert der Trinkwasserverordnung liegen.
Details kann man hier einsehen.
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@Tonolli Das liegt nicht am Wasser, sondern mit Sicherheit am Duschgel * zwinker *
Ich kriege höchstens rote Augen, wenn ich ins Schwimmbad gehe. Nichts gegen die "heilige Kuh" der Stadtwerke, aber dieses Chlorwasser ist für meine Augen noch nie gut gewesen! Deshalb bevorzuge ich die Badeseen mit Naturwasser. @Amarillyon Danke für die Infos. Wir haben ja nicht nur gutes Wasser, sonderen auch recht viel davon. Ich weiß im Moment gar nicht welche Heiligenhauser Brunnen noch aktiv sind oder welche als heimliche Reserve hinzugeschaltet werden können. Vielleicht wäre das mal eine eigene Reportage wert. Schaun mer mal…..
Ich hab nachgeforscht. Heiligenhaus bekommt eigenes Wasser aus zwei Grundwasserwerken der Stadtwerke. Der Härtebereich wird mit 3 (= 18,5 ° dH) angegeben.
Das steht so in der Broschüre:
“Alles Gute: Stadt Heiligenhaus“ (im Bürgerbüro erhältlich)
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Die Mathematiker können ja mal grob ausrechnen, wie viel Kubikmeter Wasser jeden Tag geliefert werden müssen, um den Bedarf von 27.400 Menschen
(Durchnittsverbrauch 150 Liter pro Kopf / täglich) zu decken.
Hinzu kommt der Verbrauch in den Firmen!
Und das fast alles aus eigenem Grundwasser. Dann hat man ungefähr eine Vorstellung von den Wassermengen die unter Heiligenhaus liegen müssen. Und mindestens 2 Pumpstationen sind abgeschaltet bzw. vorübergehend stillgelegt.
Ich glaube, wir haben wirklich ganz andere Sorgen……..genügend Wasser – in guter Qualität – ist jedenfalls da.
LG,
Ralf.