Nicht auf dem Stuhl hängen, sondern Interesse zeigen
25. Februar 2010 - Von Postal in News | Druckversion | Versandversion
Auszubildende geben Bewerbungstipps / Schlüsselregion präsentiert Website das-mache-ich-de auf der Berufsbörse
Der Countdown läuft. Noch gibt es Ausbildungsplätze für das Ausbildungsjahr 2010. Vom Fachinformatiker über den Industriekaufmann bis hin zum Zerspanungsmechaniker stehen noch rund 35 Stellenangebote auf der Website www.das-mache-ich.de. Dort bieten Unternehmen aus Velbert, Heiligenhaus und Wuppertal Jugendlichen Ausbildungsplätze in zahlreichen Industrieberufen. Das Ausbildungsportal wurde vom Verein Die Schlüsselregion e.V. entwickelt - einem Unternehmensverband, dem rund 75 Firmen angehören. Der Verein präsentiert www.das-mache-ich.de auf der Berufsorientierungsbörse am Donnerstag, 25. Februar, von 9.30 bis 13 Uhr in der Städtischen Gesamtschule Velbert, Poststraße 117 bis 119. Denn noch immer gibt es unbesetzte Stellen bzw. Bewerber, die noch keine Ausbildung gefunden haben.
Aber auf welchen Beruf soll ich mich bewerben? Wie bereite ich mich auf ein Bewerbungsgespräch vor? Was ziehe ich an? Ist ein Praktikum sinnvoll? Sechs Jugendliche vom Berufskolleg Niederberg erzählen, wie sie die passende Stelle gefunden haben und wie sie das Bewerbungsgespräch gemeistert haben.
Zunächst einmal sei es schwer, sich nach der Schule für eine Ausbildung zu entscheiden. Die 18-jährige Melina Uebing kann davon ein Lied singen. „Die meisten waren der Überzeugung, dass ich einen kaufmännischen Beruf ergreifen sollte“, berichtet sie. Frau und Schreibtisch eben. Sie habe einen Platz in der Verwaltung gefunden, sie habe die höhere Handelsschule begonnen – aber das sei nichts für sie gewesen. „Eigentlich wusste ich das schon vorher, ich hasse nämlich Schreibtischarbeit“, sagt Melina Uebing. „Mir hat alles Handwerkliche viel mehr Spaß gemacht.“ Peter Schwafferts, stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs Niederberg, kennt dieses Dilemma: „Oft haben die Jugendlichen ganz andere Vorstellungen von ihrer Berufswahl als ihre Umwelt.“ Sie versuchten, diese Erwartungen zu erfüllen, allerdings ohne rechte Überzeugung. In solchen Fällen müssten die Lehrer helfen, dass die richtige Ausbildung gefunden wird.
Melina Uebing bekam eine neue Chance. Die Velberter Firma CES, in der sie ein Praktikum gemacht hatte, wollte sie als Werkzeugmechanikerin ausbilden. Überzeugt hat sie vor allem mit ihren praktischen Fähigkeiten. „Meine Noten waren nicht so gut“, sagt Uebing. Zurzeit absolviert sie ihre Ausbildung in den Lehrwerkstätten der GLW – unter 50 Jungen. Gibt es da schon mal Probleme? „Nee! Die wissen, dass sie mit mir nicht alles machen können und akzeptieren mich.“
Ein Praktikum hat auch Nils Scholl geholfen. „Man muss allerdings Interesse zeigen und nicht doof in der Ecke rumstehen“, sagt der 19-Jährige. Das sei manchmal schwierig, weil ein Praktikant noch nicht viel machen könne. Deshalb müsse man eher zugucken. Wer clever ist, übernimmt im rechten Moment kleine Handgriffe. „Damit punktet man!“ Nils Scholl macht inzwischen eine Ausbildung als Mechatroniker bei der Bohle AG. Sein Tipp für die Bewerbung: Auf keinen Fall Partybilder ins Internet stellen. Scholl: „Die Unternehmen schauen sich oft Verzeichnisse wie SchülerVZ an.“ Und wer will schon gerne einen Partylöwen einstellen?
Nils Schmidtke arbeitet im ersten Lehrjahr als Industriemechaniker im Unternehmen Velleuer. Sein Vater und sein Bruder sind bereits Werkzeugmacher. „Das reicht“, meint der 21-Jährige, und entschied sich für den Beruf des Industriemechanikers. Mit seiner Wahl ist er sehr zufrieden. „Vor dem Bewerbungsgespräch ist man ziemlich nervös“, räumt er ein. Das kann niemand abstellen. Er habe vorher im Internet nachgeguckt, wie der aktuelle Bundespräsident heißt. Wegen der Allgemeinbildung. „Aber niemand hat danach gefragt“, grinst er. Für ihn gilt: Wenn etwas interessiert, dann kommt der Bewerber auch gut rüber.
Das sieht Katarina Lück genauso. Die 21-Jährige wird als Industriekauffrau bei Huf Tools im 2. Lehrjahr ausgebildet. Ihre Tipps fürs Bewerbungsgespräch: Jeder sollte sich ordentlich anziehen, aber mit „Klamotten, in denen man sich wohl fühlt“. Frauen sollten keine hohen Schuhe anziehen. Den Balanceakt könne sich jeder in dieser stressigen Situation sparen. Und: Nicht auf dem Stuhl hängen, sondern richtig sitzen. Lück: „Das wirkt besser.“ Außerdem wäre es gut, dem Gegenüber in die Augen zu schauen und sich mit den Händen nicht im Gesicht herumzufummeln. Sie musste für ihre Bewerbung sogar ein Assessment-Center durchlaufen. „Da hatte ich großen Bammel vor.“ Dabei sei es wider Erwarten recht entspannt gewesen, sagt Lück. Mit sechs anderen Bewerbern habe sie die Ablage gemacht, sortiert und eine Präsentation von sich selbst vorgestellt.
Artem Miller wird zum Industriemechaniker bei tedrive Steering ausgebildet. „In Technik war ich immer 1.“ Bei der konkreten Berufswahl habe ihm der Lehrer geholfen. Der 18-Jährige hatte beim Bewerbungsgespräch Glück. Einer der Ausbilder war an der gleichen Schule wie er. „Wir haben uns sofort geduzt“, sagt Miller. Das sei ein super lockeres Gespräch gewesen. Ähnlich war es bei Leo Lange. Der 22-Jährige bewarb sich für eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker bei der Firma Heismann Drehtechnik. „Mein Bruder arbeitet bereits in dem Betrieb.“ Es sei ein sehr familiäres Gespräch gewesen. Sein Tipp: Wenn es Verbindungen zu einem Betrieb gibt, sollten diese auf jeden Fall genutzt werden!
Berufskolleg Niederberg
- 31 Bildungsgänge für Berufsbildung, -ausbildung und Weiterbildung in Elektrotechnik, Maschinenbau, Wirtschaft und Verwaltung
- 2500 Schüler und Schülerinnen, davon 1000 Vollzeit-Berufsschüler
- 100 Lehrer und Lehrerinnen
- Abschlüsse: Vom Hauptschulabschluss über die Fachoberschulreife bis hin zur Allgemeinen Hochschulreife mit Fremdsprachenkorrespondenz (IHK) sowie Betriebswirt und Techniker
Ansprechpartnerin für Rückfragen:
Die Schlüsselregion e.V.
Annette Leuschen
Tel. 02051 / 3117947
a.leuschen@schluesselregion.de
www.schluesselregion.de
www.das-mache-ich.de









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