Kreissparkasse möchte SB-Service in Isenbügel erhalten

Projekt mit Einzelhandel soll umgesetzt werden

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Die Sparkassenfiliale in Isenbügel sollte am 15. März  schließen. Diese Ankündigung in der örtlichen Presse schreckte viele Isenbügeler auf und der Bürgerverein Isenbügel organisierte kurzfristig eine Info-Veranstaltung in der Dorfkirche. Am Montagabend um 20:00 Uhr begann die Veranstaltung, die vom 1. Vorsitzenden des Bürgervereines, Franz-Josef Artz, moderiert wurde. Eigens angereist war Ulrich Rüther, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Düsseldorf. Ebenfalls vor Ort der Filialdirektor Ulrich Hamacher und Filialleiterin Anke Besta. Im Gemeindezentrum hatten sich etwa 70 Besucher eingefunden, darunter Vertreter aus der örtlichen Politik. Zunächst gab Ulrich Rüther einen allgemeinen Überblick über die veränderte  Dienstleistungslandschaft im Bankenwesen. Online Banking und weitere Angebote hätten das Bankwesen in den letzten 15 Jahren sehr verändert. Der Wettbewerbsdruck sei groß. Die Finanzkrise würde es auch nötig machen auf Kostenstrukturen zu achten und das Kundenverhalten zu untersuchen. Genau das habe man getan.

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Kunden würden ihre Bankgeschäfte heute dort erledigen, wo sie auch ihre Einkäufe besorgen würden, so Rüther. Die neue Filiale im Nahversorgungszentrum „GrünSelbecK“ sei sehr gut angenommen worden. In Isenbügel würde sich die Entwicklung des Geschäfts seit dem Jahre 2003 eher auf einem niedrigen Niveau befinden. Bei der Nutzung des Geldautomaten käme man jährlich auf nur 11.500 Verfügungen durch eigene Kunden. Der durchschnittliche Wert würde sich bei einem Geldautomaten üblicherweise bei 45.000 Verfügungen belaufen. Der Kostenaufwand für den Erhalt des SB-Automaten sei mit 23.000.- € (jährlich) vergleichsweise sehr hoch. Dem gegenüber stehen nur 11.500 Verfügungen am Bankautomaten. Auch das Beratungsgeschäft in der Filiale sei kostenintensiv und manchmal würde eine Beratung dazu führen, dass ein Kunde zu einer Direktbank geht, um dann dort einen halben Prozentpunkt Verzinsung mehr zu erzielen. Eine Sparkasse sei zwar auch dem Gemeinwohl verpflichtet, aber eine Filiale müsste wenigstens kostendeckend arbeiten. Zur Zeit entstehen jährliche Sachkosten von etwa 60.000.- € und Personalkosten von etwa 100.000.- €, für Den Betrieb der gesamten Filiale.

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Zudem haben die Einkaufsmöglichkeiten stark abgenommen. Die Lage der Filiale, eher versteckt in einem Wohngebiet, sei für diese Filiale ungünstig geworden. Ferner wies Ulrich Rüther auf die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten hin. Die Metzgerei Tyroff ist geschlossen worden, nachdem der Metzgermeister Wilhelm Tyroff verstorben war. Schon vor mehreren Jahren ist eine Filiale der Post geschlossen worden. Auch eine Poststelle in einem Geschäft hätte sich nicht lange gehalten. Heute gäbe es nur noch einen Friseurbetrieb und den sogenannten „Isenbügeler Markt“, so Rüther. Viele Kunden würden heute bereits ihre Einkäufe in Essen-Kettwig oder im neuen Nahversorgungszentrum „GrünSelbeck“ tätigen und auch dort ihre Bankgeschäfte erledigen, weil es einfach und bequem sei. Das hätte zur Folge das man auch Kunden an die Sparkasse Essen verlieren würde. Bereits im Jahre 2004 hätte es Gespräche zwischen der Kreissparkasse und dem Bürgerverein gegeben, um auf diese Entwicklung und die Kostensituation hinzuweisen. Von 2003 bis 2009 hätte sich nicht viel zum Positiven verändert. Ab 2008 seien lediglich die Spareinlagen kurzzeitig angestiegen, bedingt durch das Vertrauen der Kunden in die Sparkasse, bei Bekantwerden der Bankenkrise. Allerdings sei der Trend wieder rückläufig. In anderen Geschäftssparten der Sparkasse, wäre nur eine leichte Steigerung erzielt worden. Das Kreditvolumen belaufe sich auf etwa 2,7 Mio. Euro. Ulrich Rüther hob hervor, dass er die Presseberichte mit den geäußerten Bedenken der Anwohner durchaus sehr ernstgenommen hätte. Eine Sparkasse würde sich schwer damit tun eine Filiale zu schließen. Man hätte natürlich erkannt das eine Schließung besonders für ältere Kunden große Probleme bereiten würde. Ein Minimum an Kundennähe möchte man sich schon bewahren, so Rüther.

Mit den Füßen abstimmen

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Die Kreissparkasse schlägt nun eine Lösung vor. Zusammen mit möglichen Partnern soll das SB-Angebot erhalten bleiben, wenn sich ein Betreiber findet, der ein Einzelhandelsgeschäft (z.B. Bäckerei / Cafè / Lebensmittel etc.) in den Räumen der Sparkassenfiliale betreibt. Die Sparkasse würde einen befristeten Mietvertrag anbieten. Zunächst für ein Jahr auf Probe, zu günstigen Konditionen, um das Risiko für einen Geschäftsbetreiber gering zu halten. Außerdem sei es dadurch möglich, den SB-Service zu erhalten. Das käme insbesondere den älteren Menschen entgegen. Das würde auch soziale Kontakte in Isenbügel aufrecht erhalten. Der Betrieb in der Sparkassenfiliale wird bis zum 30. Juni 2010 weiter gehen, im bisher gewohnten Umfang. Aber spätestens dann muss eine Lösung vorhanden sein. Die Mitarbeiter der Filiale Isenbügel werden nach dem 30. Juni 2010 in die Filiale „GrünSelbeck“ versetzt. Ulrich Rüther forderte alle Isenbügler auf, einen entstehenden Einzelhandel auch durch Einkäufe zu unterstützen: “Alle Isenbügeler müssen dann mit den Füßen abstimmen. Die ‚Geiz ist geil – Mentalität’ müssen wir alle ablegen!“  In der sich anschließenden Fragerunde meldete sich der frühere Vorsitzende des BV Isenbügel, Hans Schäfers, zu Wort . Er schlug vor einen entsprechenden Arbeitskreis schnellstmöglich einzurichten, um eine Lösung zu erarbeiten. Ulrich Rüther und Franz-Josef Artz stimmten dem Vorschlag zu und möchten insbesondere den Bürgermeister Dr. Heinisch und das Amt für Wirtschaftsförderung in dieses Gremium einbinden. Die Verwaltung möge bei der Suche nach einem Partner behilflich sein. Auch wurde angedacht, dass städtische Dienstleistungen – zumindest temporär – in Isenbügel angeboten werden sollen, um die Attraktivität des Stadtteiles zu erhöhen. In diesem Zusammenhang fiel auch die Bezeichnung „Informationszentrum Stadt Heiligenhaus“ als grobe Vorstellung.  Nachdenklichkeit auch bei den politischen Vertretern, denn vermutlich wurden die Abwanderungsbewegungen aus Isenbügel bei den Planungen des NVZ „GrünSelbeck“ nicht berücksichtigt. Allen Beteiligten ist klar geworden, dass schnelles aber umsichtiges Handeln nun erforderlich ist. Geäußert wurde auch der Wunsch nach einer zukünftigen Umsetzung für einen Supermarkt in Isenbügel. Der demografische Wandel und auch strukturelle Probleme machen sich im Stadtteil bemerkbar. Neuen Gesprächsbedarf sieht man auch wegen der ÖPNV-Anbindung, um für mehr Mobilität zu sorgen. Nach ausführlicher Diskussion endete die Veranstaltung um 22:00 Uhr und Franz-Josef Artz bedankte sich für die rege Teilnahme. Besucher der Veranstaltung hatten die Möglichkeit sich als Teilnehmer für den angeregten Arbeitskreis zu melden.

Fotos: Ralf

17 Kommentare

  1. Ulrich Hudetz
    Feb 10, 2010

    Das ist das Problem: alle Isenbügeler kaufen lieber in Kettwig vor der Brücke oder aber in Heiligenhaus ein, warum soll man dann in Isenbügel noch zusätzlich einkaufen? Ausser dem Metzger Tyroff, der keine Miete als Kostenfaktor hatte, hat sich kein Verkaufsgeschäft lange gehalten. Der sog. Isenbügeler Markt, sicherheitstechnisch wie ein Waffengeschäft ausgestattet, wird auch irgendwann abwandern, spätestens natürlich, wenn in die ehemalige Sparkasse ein Lebensmittelladen einzieht. Immobilientechnisch ist es für die Kreissparkasse schlecht bestellt: Ihr gehören zwar 42% des Hauses, aber die Kelleräume und die Räume für den Publikumsverkehr lassen sich nur mit sehr hohen Kosten einer anderen Nutzung zuführen. Vielleicht könnte die Sparkasse ja weiterhin den Automaten behalten, und dort eine kleiner Schulungsakademie ö.ä. einrichten? Alternativ wäre auch eine Versicherungsagentur oder/oder mit einem Beratungscenter denkbar. Gastronomie wird von den restlichen Eigentümern (also auch von mir) ausgeschlossen…

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  2. Blogleser
    Feb 11, 2010

    Das ist sehr schade! Ich unterhalte bei der Sparkasse ein Geschäftsgiro und zahle dafür einen Preis, den ich im heutigen Onlinegeschäft zumindest als fragwürdig sehe. Ein Grund für mich, nicht zu einer anderen Bank zu wechseln war der persönliche Kontakt, wenn dann mal etwas war, das Konto mal weit überzogen werden mußte oder eine Rücklastschrift o.ä. getätigt werden mußte. Hier auch noch einmal mein persönliches Dankeschön an Frau Besta, da das alles immer super funktioniert hat! Natürlich frage ich mich, ob ich auch weiterhin so gut betreut werden kann, aber das wird wohl nur die Zukunft zeigen. Für Isenbügel selbst ist es natürlich auch schade.

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  3. Mr. Musette
    Feb 11, 2010

    Geiz ist einfach geil. Saturn hat da einen Spruch geprägt, der sich leider immer mehr zu bewahrheiten scheint.
    Alteingesessene Filialisten müssen schließen, da die Kunden sich zunächst vor Ort beraten lassen (dort natürlich qualifiziertes Personal erwarten) und anschließend dann via Internet das Geschäft woanders abschließen, weil’s günstiger ist. Dass hiervon aber Arbeitsplätze in der Region abhängen, letzten Endes diese Kosten auch auf uns wieder zukommen, spielt keine große Rolle: diese Kosten werden ja “irgendwie” verteilt und betreffen nicht unmittelbar das eigene Geld.

    Den Leerstand in unseren Städten aber dann gleichzeitig zu beklagen ist scheinheilig. An diesem Trend sind wir alle ein Stück weit mit Schuld.

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  4. Rumpelstilzchen
    Feb 14, 2010

    Ja, es ist schade, dass die Filiale schließt. Und möchte mich “Blogleser” anschließen: Ich persönlich bedaure es sehr. Denn in den vielen Jahren mit einigem wechselndem Personal habe ich mich selten so gut beraten und betreut gefühlt wie bei dem Team in den letzten Jahren unter der Leitung von Frau Besta. Sie hat es verstanden auf uns Kunden einzugehen, war immer engagiert, freundlich und hilfsbereit. Dafür herzlichen Dank! Wir Isenbügler haben uns mit unserer Mentalität selbst zuzuschreiben, dass unser Stadtteil immer mehr verödet. Unsere Kinder suchen das Weite, wir selbst schauen uns in anderen Städten um und wenn nun unsere Älteren auch keine Infrastruktur mehr vorfinden, müssen sie sich zwangsläufig auch umorientieren. Isenbügel ist nur eine Schlafstadt und wird durch unser Verhalten auch nicht mehr werden. Ich will bezweifeln, dass sich ein Mieter für die Geschäftsräume der Sparkasse finden lässt, der unseren “hohen” Bedürfnissen gerecht werden kann!
    Ich wünsche Frau Besta und ihren Mitarbeiterinnen alles Gute. Egal wo sie ihren Schreibtisch stehen haben werden, ich bleibe ihr Kunde!

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  5. Moth
    Feb 14, 2010

    In Isenbügel einzukaufen passt auch nicht in meinen Tagesablauf. Und wenn ich spätabends komme, dann halte ich nicht an der Sparkasse um mir dort Geld am Automaten zu holen. Das ist mir nicht sicher genug. Vieles bringe ich mir mit oder ich fahre an den Wochenenden nach Kettwig runter. Das machen doch viele hier.

    .

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  6. Ralf
    Mai 12, 2010

    Dem heutigen Stadt-Anzeiger entnehme ich, dass immer noch ein Nutzer (Mieter) für die Räume der Sparkasse gesucht wird.

  7. wuppertaler
    Mai 13, 2010

    @Ralf
    Ich habe den Artikel in der WAZ gelesen….Wunschträume….welcher Bäcker soll mit 500 € Tagesumsatz denn da oben überleben…die Isenbügler kaufen schon immer in Kettwig ein und jetzt zusätzlich in der Selbeck…da ist kein einkommen mit dem Auskommen.Das Einkaufsverhalten der Isenbügler selbst wird dort nie einen Einzelhandelsstandort tragen.

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  8. wuppertaler
    Mai 13, 2010

    Uuups…andersrum…Auskommen mit dem Einkommen…logo :-)

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  9. Ralf
    Mai 13, 2010

    @Wuppertaler

    Das sehe ich ähnlich. Vielleicht gibt es noch andere Branchen für die der Stamdort passender wäre. Mal abwarten…..

  10. Wuppertaler
    Mai 14, 2010

    @Ralf
    Vielleicht nen Coffee-Shop ;-)
    Braucht keiner mehr nach Venlo.

    **GG**

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  11. Ralf
    Mai 14, 2010

    Hier noch einige Vorschläge:

    - Stützpunkt eines Wachdienstes
    - Versicherungsbüro, Architekturbüro etc.
    - Sonnenstudio
    - Heilpraktikerin / Schönheitschirurg mit
    Botox-Behandlungen :-)
    - Fachgeschäft für exclusive Damenmode
    - Schuhgeschäft (Damenschuhe)
    - Nagel-Design-Studio (bzw. Kosmetik / Fußpflege)
    - Massagestudio
    - China Imbiss
    - Schuster, Schuhreperaturen etc.

    - Bistro als Abendgastronomie mit Chillout im Tresorraum ;-)

  12. Ralf
    Jul 31, 2010

    Der heutigen Ausgabe der WAZ-Heiligenhaus ist zu entnehmen, dass die Filiale der Kreissparkasse in Isenbügel endgültig geschlossen wurde. Ein neuer Mieter konnte offenbar bisher nicht gefunden werden. Das Personal wird in die Filiale am NVZ Selbeck versetzt.

  13. Wuppertaler
    Aug 2, 2010

    Der 2.August kann in die Sparkassengeschichte der Stadt Heiligenhaus als der Tag der Isenbügler Ansturms gelten…
    Lange Warteschlangen in der Selbeck….bis auf den Parkplatz hinaus…auch noch nachmittags um 15.30…
    Kaum Chancen für Geschäftskunden Geldgeschäfte zu tätigen da jeder Isenbügler an diesem Tag einen enormen Beratungsbedarf hatte.

    Den Isenbüglern fehlt jetzt einfach nur die Möglichkeit stundenlang zu labern.

    Das die Filiale dichtgemacht wurde ist jetzt klar…das war der Kiosk-Ersatz für Isenbügel.

    Das Selbecker!!!!! Personal tut mir jetzt nach diesem einen Tag schon leid….von meiner eigenen vergeudeten Zeit mal ganz abgesehen.

    Sorry……- ich bin einfach sauer :-(

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  14. Richard
    Aug 2, 2010

    Ich hab am Samstag festgestellt das die Filiale am Südring ist geschlossen wurde. Bisher hatte die Sparkasse bei mir immer einen Pluspunkt, da Kundenfreundlich und “erreichbar” durch ein gutes Filialnetz. Dann kann ich auch zur Postbank wechseln.

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  15. Wuppertaler
    Aug 2, 2010

    ??????….die ist aber schon etwas länger dicht!!!

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  16. Wuppertaler
    Aug 2, 2010

    @Ralf

    Die Versetzung des Personals hätte man sich sparen können!

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  17. Ralf
    Aug 2, 2010

    @Wuppertaler

    Es kommen auch wieder bessere Zeiten. Vielelicht erlebt die
    gute alte Lohntüte noch ein Comeback, wenn der Kundenservice bei den Kreditinstituten nicht gut ist :-)

    Als Kunde bin ich natürlich auch verwöhnt ;-) ;-) ;-)

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