Gruselige Stadtranderholung
Zum Abschluß der vierten Woche hat sich das Team der Stadtranderholung Heiligenhaus etwas ganz besonderes ausgedacht.
Am Nachmittag öffneten sich für die mutigen und unerschrockenen Kids die Pforten des „Keller des Grauens”.
Im Kellergeschoss – dort wo im Rest des Jahres Tische, Stühle, Bastel- und Spielmaterial auf ihren Einsatz bei der Stadtrand warten – wurde von den Betreuern eine schaurig-schöne Geisterbahn eingerichtet.
Die leerstehenden Räume wurden von den Betreuerinnen und Betreuern liebevoll zu einem Gewölbe des Schreckens dekoriert.
Und das Ergebnis, kann sich blicken lassen – zumindest bei unerschrockenen Zeitgenossen.
Denn die gespenstige Atmosphäre und das gruselige Ambiente ist den Betreuerinnen und Betreuern wirklich außerordentlich gelungen.
Getaucht in fast völlige Dunkelheit, nur erhellt durch kleine Lichtquellen wie thematisch passende Grablichtern oder neonfarbenen Leuchtbändern und Knicklichtern, war ein „Labyrinth” aus Bettlaken und künstlichen Spinnenweben entstanden. Plüschspinnen, Gummifledermäuse und anderes „Getier” kräuchte und fläuchte allenthalben durch die Gänge. Und Plastikskelette grinsten von den Wänden.
Für die „Geisterbahn” wurde der Halloween-Fundus des CLUBs geplündert, eigene Sachen mitgebracht und das ganze am Donnerstag noch nach der Teamsitzung am Abend – fast könnte man sagen bis in die Nacht hinein – zu dieser gelungenen Attraktion zusammengestellt.
Solch eine Aktion hat nur wenig „Vorlauf” und muss – neben den alltäglichen Aufgaben des Teams – innerhalb von zwei, drei Tagen geplant, vorbereitet und realisiert werden.
Wie viel Engagement da vom Team aufgebracht wird, ist offensichtlich.
Doch Dekoration alleine macht keine Geisterbahn aus. Es braucht Geister, Monster und Dämonen…
Diese nun in der Zeit und mit den Mitteln auch noch zu bauen, wäre sicherlich etwas zu viel verlangt. Also mussten die Betreuerinnen und Betreuer selbst ‘ran.
Schwarz gekleidet und thematisch passend Geschminkt oder mit Masken ausgestattet, gab es bildhübsche Leichen, gefährliche Vampire, wilde Affen- menschen und allerlei andere Grusel- geschöpfe.
Eine ungewöhnliche Rolle, denn eigentlich besteht die Aufgaben des guten Betreuer™ nicht darin, die Kinder in Angst und Schrecken zu versetzen…
Neben den „Darstellern” waren aber auch alle anderen Betreuer schwer eingebunden, denn die Kinder wurden nur in 2er-Gruppen mit je einem Betreuer durch den „Geister- keller” geführt.
Das hatte zunächst einfach logistische Gründe:
Die Räumlichkeiten hätten es gar nicht hergegeben, dass ein stetiger Kinderfluss durch das „Labyrinth” geschläußt werden könnte.
Safety first!
Und die schaurige Atmosphäre wäre durch eine Horde glucksender Kinder sicherlich auch nur halb so gruselig.
So konnten sich die „Erschrecker” in dem Grusel-Labyrinth jedem kleinen Besucher einzeln widmen.
Zudem konnte so auch sehr sensibel auf jedes Kind geachtet werden.
Schließlich wollte man kein Kind wirklich verstören. Alles war ein großer Spaß – und als solcher auch stets zu erkennen.
War es dem einen oder anderen Kind dann doch etwas zu geheuer, konnte man unmittelbar darauf eingehen. Selbst wenn man dann lieber wieder direkt gemeinsam ‘rausging und sich den Alternativangeboten widmete.
Dennoch war es für viele Kinder sicher eine Mutprobe, sich den „Schrecken” des Keller zu stellen.
Zumal im Vorfeld allerlei Gerüchte unter den Kindern kusierten.
„Irgendetwas” ist da im Keller… Von seltsamen Tieren – die wie bei der stillen Post immer größer und zahlreicher wurden, je mehr davon erfuhren – war die Rede…
Da aber alle Vorbereitungen vom Team in aller Heimlichkeit erledigt wurden, wusste keines der Kinder letztendlich, was sie in diesem ominösen Keller erwartete.
Insgesamt ein sehr gelungenes Highlight zum Ende der vierten Woche der Stadtranderholung Heiligenhaus.
Für die Kinder ein Riesenspaß.
Spannend, Spektakulär und ein bisschen Gruselig.
Und die Begeisterung in den Augen der Kinder war für die Beteiligten bestimmt ausreichender Dank für die Strapazen „nebenbei” solch eine Aktion zu stemmen…
Aber jetzt geht’s für die Betreuerinnen und Betreuer erst einmal in’s verdiente Wochenende, bevor am Montag die letzte Woche der diesjährigen Stadtranderholung beginnt.
Da heißt es dann: Projektwoche!!!
Saving...

Wieviele Eltern haben sich denn schon “bedenklich” zu diesem grauzlichen Grusel, der ihr Kind dauerhaft schädigen könnte, geäußert ? So in etwa:
“Ich nehme mein Kind sofort aus dieser Veranstaltung heraus. Mit so etwas will ich das zarte Gemüt meines Sprößlings nicht belastet sehen !”
Hmmm….;)
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@ Dede: Man kann sich aber auch anstellen. Dann dürfte man in den Halloween Wochen nicht einmal an einem Schaufenster vorbeilaufen.
Aber ich glaube, einen größeren Schock hatten die Kids am Montag vorgangener Woche.
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@ milla:
Reingefallen.
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Es gibt nichts natürliches mehr. Alles ist überspitzt und Fabelwesen bestimmen heute die Freizeit von Kindern.
Das finde ich nicht gut.
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@ Dede: …jetzt fehlte nur noch: Süsses, sonst gibt’s saures, ……
@ moth: Ich mag heute noch Märchen und Fabeln……..ist das jetzt schlimm?????
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@ milla:
Nichts für ungut. So ernst meinte ich das nicht. Und moth wahrscheinlich ebenso.
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@ Dede: Ich weiss das……
Ich meinte das ja genauso.
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was,man macht ist falsch, egal wie. Frage wie alt waren den die Kleinen?.
Heutzutage ist derartiges für die Kid’s wohl in die Ecke harmlos einzustufen. Ich glaube die hatten sehr viel Spass und von nachhaltigen Schädigungen ist nichts bekannt geworden.
Tolle Idee.
LG Koboldpeter
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@ Koboldpeter:
“Was man macht ist falsch, egal wie.” Dieser Satz ist sooo wahr, Peter. Und ganz besonders in einem so öffentlichen Rahmen wie ein Blog. Eigentlich überall. Denn man kann es einfach nie allen Recht machen. Ein Politiker z.B. kann sehr beliebt sein, irgendwann findet man seine Äußerungen populistisch (schreckliches Wort). Ein Lehrer – verpaßt dem “Falschen” eine schlechte Note und ist sofort ein unfähiger Pädagoge. Eine Stadtranderholung gilt als vorbildliche Einrichtung bis eines der Kinder Albträume von Helloweenschminke bekommt. Unverantwortlich ist das dann auf einmal. Der Arzt – ein Held bis ihm der berühmte Kunstfehler unterläuft. Wer an die Öffentlichkeit tritt setzt sich auch ihrer Meinung und ihrer Willkür aus.
Es ist scheinbar immer ein Drahtseilakt bei dem man niemals allen gefallen kann.
Die eine Hälfte des Publikums drückt einem vielleicht die Daumen, die andere Hälfte hofft insgeheim, daß man herunterfällt. So ist unsere Gesellschaft gestrickt.
Diese Erkenntnis ist etwas, das ich aus meiner Zeit als Musiker, der früher auch oft in Heiligenhaus aufgetreten ist, mitgenommen habe. Wenn man auf der Bühne steht und sich dem Volk stellt, dann fliegen nicht nur Teddybärchen und Blumen auf die Bühne sondern auch etliche Eier und Tomaten.
In dem knappen Jahr, wo ich jetzt hier im Heiligenhaus-Blog schreibe, habe ich einige diese Erfahrung machen sehen.
Und ich kann jedem Einzelnen nur raten deswegen nicht den Kopf in den Sand zu stecken. Denn alles ist nur halb so schlimm, wenn man sich nur eine gewisse Bescheidenheit bewahrt. Ich bin zwar kein Fan von Reinhard Mey aber einen Reim von ihm könnte ich immer wieder unterschreiben:
“Auch für Dich mit dem stolzesten Schritt im Saale liegt irgendwo schon eine Bananenschale. Und wenn Du drauftrittst und auf deine Nase fällst, dann umso härter je mehr Du Dich für was besseres hälst. Denn je majestätischer Du einherschreitest, desto komischer sieht`s aus wenn Du ausgleitest.” (Wir sind alle lauter arme, kleine Würstchen)
In diesem Sinne
Dede
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@ Ja Dede da muss ich dir und R,May einmal uneingeschränkt rechtgeben. Leider ist der Mensch weit weniger tolerant als es von Nöten wäre.
LG Koboldpeter
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@ Dede: Stimme ich Dir zu!!!
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