FDP vor Ort

Besichtigung der sanierten Mülldeponie Leibeck

Die ehemalige „Mülldeponie Leibeck“ wurde Ende der achtziger Jahre geschlossen. In den letzten Jahren hatte sich die Deponie leider zum Sorgenkind entwickelt. Ein durch Rohre geführter Bach war eingebrochen. Die Deponie war – nach modernen Maßstäben – nur unzureichend gegen Witterungseinflüsse geschützt. Regen setzte Schadstoffe aus der Deponie frei und spülte diese in den unterirdisch verlaufenden Bach. Ein Problem auch, für Teile der gleichnamigen Gartenkolonie. Eine umfassende Sanierung der Deponie wurde nötig. Um alles fachgerecht und nachhaltig zu sanieren, musste die Stadt Heiligenhaus 3,4 Millionen Euro investieren. Bereits seit einiger Zeit sind die Arbeiten beendet und die Deponie ist für Spaziergänger öffentlich zugänglich. Grund genug für die FDP, sich an Ort und Stelle zu informieren. Von der Stadtverwaltung war der Technische Beigeordnete, Herr Harald Flügge und der Fachbereichsleiter (Planung, Vermessung, Umweltschutz), Herr Siegfried Peterbus gekommen, um Auskünfte zu geben. Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Herr Reinhard Schulze – Neuhoff begrüßte alle Anwesenden zu dieser Ortsbesichtigung.

Herr Peterburs hatte einen Plan der Deponie mitgebracht und so war es möglich, auf viele Besonderheiten hinzuweisen. In der Nähe der Deponie wurden 40 Obstbäume angepflanzt und somit entstehen überall Ausgleichsflächen für diverse Bauvorhaben, im Stadtgebiet. In der Deponie gab es umfassende Erdarbeiten. 90.000 m³ Deponiegut wurden bewegt. Der Bach wurde wieder freigelegt und wird heute offen geführt. Von der Kleingartenanlage kann die Deponie über eine Fußgängerbrücke betreten werden. Im Gelände ist außerdem ein Regenrückhaltebecken entstanden. Dieses Becken befindet sich in einem eingezäunten Bereich. Harald Flügge: „Wenn es nach mir ginge, dann müsste es diese Zäune nicht geben.“ Bei starken Regenereignissen dient das Becken es als zusätzliche Sicherheit. Mehr als 40.000 m² Spezialfolie wurden in der Deponie verbaut, um das Deponat gegen Auswaschung zu sichern.

Die Schicht über dieser Folie ist etwa 50 cm stark und beinhaltet weitere Vorsorgemaßnahmen. Während der Bauarbeiten hatte es, nach einem Starkregenereignis, einen kleinen Erdrutsch gegeben. Harald Flügge: „Der Schaden wurde damals repariert und wir hoffen das nun alles sicher ist.“  An einigen Stellen wurde das Landschaftsgefüge gegebenen Besonderheiten angepasst. So fehlt teilweise ein Gewebegeflecht auf dem Boden, um kleinen Reptilien (Lurche) einen Lebensraum zu ermöglichen. Das heutige Bachbett ist so bemessen, dass es auch abfließendes Regenwasser aufnehmen kann, dass als Oberflächenwasser von der Deponie abfließt. Zur Zeit fließt jedoch kein Wasser im Bach. Große Steine wurden im Bachbett verbaut, um die Fließgeschwindigkeit zu bremsen. Entlang der Fußwege sind viele Ablaufrinnen zu sehen, die Regenwasser in Richtung Bachbett transportieren sollen.

Eine noch zu erbauende Messstation soll die Wasserqualität dauerhaft überwachen. Im Angertal wird der Bach der dortigen Kläranlage zugeführt. Eine Anpflanzung von Bäumen ist auf dem Deponiegelände nicht möglich, damit die aufgebrachte Kunststofffolie nicht beschädigt wird. Weil es im Bereich der Deponie viel Wild gibt, wurden zusätzliche Zäune errichtet, um Anpflanzungen im Randbereich zu Schützen. Die Rehe näheren sich bis an die Kleingartenanlage. Spazierwege wurden angelegt und man kann auf der Deponie spazieren gehen. Ein Teil des angedachten Rundweges endet bisher auf der Rückseite der Grünschnittannahme. Siegfried Peterburs: „Es wird an dieser Stelle auch noch einen Verbindungsweg zur Friedhofsallee geben, wir sind gerade dabei uns darum zu kümmern.“ Im Bereich der Deponie gibt es mehrere Schächte und unterirdische Rohrleitungen. Methangas strömt immer noch aus der Deponie. Eine Messstation sorgt für die Überwachung. Das Gas wird über ein unterirdisches Rohrsystem zu einer Verbrennungsstation geführt und dort kontrolliert abgefackelt. Die Station befindet sich auf dem Gelände der Grünschnittannahme. Siegfried Peterburs: „Die Station wird automatisch überwacht und gewartet.“  Ganz oben auf der Deponie angekommen, hat man einen herrlichen Blick in die Landschaft. Weil der Zugang zur Deponie möglich ist, hat sie für die Bevölkerung durchaus einen Freizeitwert. Das Gelände passt sich der Landschaft gut an. „Hier werden übrigens 5 verschiedene Grassorten getestet, um herauszufinden welche Sorte sich für diese Gegend am Besten eignet,“ erläutert Siegfried Peterburs. Das Gras wurde kürzlich erst gemäht, es stand schon etwa 50 cm hoch. Ein Landwirt hat den Schnitt besorgt. Am Ende des Rundganges bedankte sich Reinhard Schulze – Neuhoff für die sehr informative Führung bei Herrn Flügge und Herrn Peterburs: „Wir wissen nun, das diese Steuergelder gut angelegt sind.“

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