Elternstand informierte auf dem Sparkassenvorplatz

Am Freitag, dem 7. März, informierten besorgte Eltern die Bevölkerung, über die – ihrer Meinung nach – unzulängliche Situation und Missstände im Kindergarten- und Schulwesen.
Dazu hatten sie einen Infostand auf den Vorplatz der Sparkasse errichtet.
Breits einige Tage zuvor, hatten selbst gemalte Plakate auf diesen Elternstand aufmerksam gemacht.

Inhaltlich ging es darum, an einige Ereignisse zu erinnern und auf aktuelle Themen aufmerksam zu machen, die betroffene Kinder und Eltern derzeit bewegen:

- Schließung des Kindergartens Beeker Busch
- Schließung Kindergarten Schulstraße
- Weite Wege zu anderen Kiga-Einrichtungen
- Grundschule Unterilp
- Schließung der Sonderschule
- Situation von Schülern und Lehrern an der Städtischen Hauptschule in der Nachbarschaft zur Privatschule / Schilderung von Vorfällen
- Abriss Haus der Kirche
- Persönliche Erfahrungen aus dem Kita-Bereich / Betreuungszeiten
- Kritik an Politik und Stadtverwaltung
- Schilderung von persönlichen Befindlichkeiten
Am Stand wurde Informationsmaterial verteilt und Unterschriften gesammelt.
Das Info-Blatt, das die besorgten Eltern verteilten, steht hier als Download
(PDF-Format) zur Verfügung.
Saving...
Es ist ja schön zu sehen, dass es Leute gibt, die sich nix gefallen lassen. Mir gefällt auch nicht, was sich momentan bei der Stadt und bei der evangelischen Kirche tut, aber die Probleme, die durch das neue Kindergartengesetz enstehen, kann man keiner Kita vorhalten. Ich kann verstehen, wenn Eltern aufgebracht sind, weil sie jeden Tag andere Informationen zum Kindergartenplatz bekommen. Das liegt aber einfach nr daran, dass bis zu dieser Stunde noch kein Mensch weiß, wie das neue Gesetz umgesetzt werden soll. Es dringen immer nur Bruchstücke bis zu den Erziehern vor, die dann an die Eltern weiter gegeben werden, aber keiner weiß etwas genaues. Das Gesetz soll kommen….wie?….keine Ahnung. Und dass der Träger die 25 Stunden Betreuungszeit gestrichen hat, kann ich auch verstehen, weil die Arbeitsplätze erhalten werden müssen. Wenn auch nur die Hälfte allert angemeldeten Kinder nur für 25 Stunden ange,eldet werden, stehen vielleicht schon wieder 2 Erzeiherinnen oder Kinderpflegerinnen auf der Strasse, weil nicht genügend Kinder vorhanden sind.Und wenn man die 35 Stunden nehmen muss, dann kann man sein Kind trotzdem schon früher abholen. Der Kostenunterschied zwischen 25 und 35 Stunden beträgt nach meinen Informationen keine 3 Euro!
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Die Situation der Kindergärten hört sich gar nicht gut an.Noch sind wir in Mülheim ansässig. Wir bauen diesen Sommer in Heiligenhaus. Dummerweise bekommen wir diesen Sommer auch ein zweites Kind
Unsere Erstes konnte in Mülheim zur Kita laufen. In Heiligenhaus erwarte ich eher kurze Wege! Doch ich befürchte mein Jüngstes demnächst befördern zu müssen.Unsere Kinder sind doch eine verlässliche Investition in eine weiterhin lebenswerte Zukunft. Wir sind dazu verpflichtet ihnen Möglichkeiten zu schaffen und nicht diese zu zerstören.
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Hey Stef!
Ich kann dich beruhigen, deine Kinder bekommen einen Kindergartenplatz in Heiligenhaus garantiert.
Wohin zieht ihr denn? Es gibt nämlich fast überall fußläufige Kindergärten in Heiligenhaus!
LG, Christina
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Besten Dank für deine beruhigenden Worte.Wir werden auf der Feldstrasse bauen!Grüße, Stef
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Hallo ihr LIeben!
Schade das wir nicht noch mehr meinungen zu lesen bekommen.Aber jetzt möchte ich erst einmal sagen,das Heiligenhaus ein tolles dörfchen ist .Und nun möchte ich sagen das wir nicht der Kita den vorwurf machen, sondern dem Träger (Der hat sich auch mitlerweile bei uns Eltern endschuldigt) . Ich möchte auch sagen, das die Kindergärten in Heiligenhaus die ich kenne sehr gut sind , das problem mit dem Personal kenne ich auch , aber man hätte uns ja auch die 35 stunden im block anbieten können .
Dann möchte ich noch sagen, das es etwas gebracht hat sich dort hin zu stellen und seine meinung zu sagen, denn nun haben wir ein persönliches gespräch mit dem Bürgermeister und was das bringt lassen wir euch wissen.
Liebe grüße Sonja
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Tja, dann hat es ja wohl doch etwas gebracht! Ein persönliches Gespräch mit Dr. Heinisch ist der Sache sicherlich sehr dienlich. Es ist immer besser wenn man miteinender redet …… In freundlicher Erinnerung, Ralf .
In dem "Infoblatt" ist aber auch sehr viel durcheinander geworfen worden.
Und immer wieder ist der Bürgermeister für diverse Missstände verantwortlich gemacht worden.
Oft zu unrecht.
So ist die Sache mit dem neuen "Kibiz"-Gesetz (Kinderbildungsgestezt) Landesgesetz, worauf die Kommune nur wenig Einfluss hat.
In sofern kann man Stef beruhigen: Es wird ihn in jedem Kindergarten, -hort und -tagesstätte in NRW begegnen. Egal ob Mülheim, Heiligenhaus oder sonstwo…
Auch ist dieses Gesetzt gerade unter Erzieherinnen und Erziehern, unter Pädagoginnen und Pädagogen sowie unter Eltern nicht unumstritten…
Doch wäre bei Protesten erst einmal die Landesregierung die erste Adresse, nicht die Kommune oder der Bürgermeister, welche die Gesetze nur umsetzen (müssen). Auch nicht die Erzieherinnen und Erzieher oder der Träger.
Das ist ein wenig so, als ob man sich beim Einzelhändler beschwert, weil er die Mehrwertsteuer erhöht hat…
Was nun die Probleme mit dem "Träger" angeht, die von den Eltern angemahnt werden:
Wenn man ein wenig zwischen den Zeilen liest, merkt man schnell, das es anscheinend um die evangeliche Kirche geht. Und um die ist es in Heiligenhaus bekanntlich eh nicht besonders gut bestellt.
Aufgrund der finanziellen Misere werden wir wohl noch einige "Aufreger" erwarten können…
Interessant in diesem Zusammenhang ist, das vor ein paar Wochen erst das Prespyterium neu gewählt wurde.
Und dabei praktisch die ganze Riege jener wiedergewählt wurden, die für das derzeitige Desaster verantwortlich sind…
Aber das ist ein anderes Thema.
Aber auch hier hat der Bürgermeister (trotz seiner zugehörigkeit zu einer "christlichen" Partei) praktisch keinerlei Eingriffsmöglichkeit, und ist somit auch nicht zur Verantwortung zu ziehen.
Eine Andere Sache ist die Situation der Hauptschule.
Ein Thema, das bereits ausgiebig im Blog diskutiert wurde.
Zunächst einmal musste ich schmunzeln, als ich in dem "Infobrief" las, dass die Hauptschüler von den Schülern der neuen Privatschule gemobbt wurden…
Alleine die diversen Beiträge einiger Hauptschüler hier im Blog lassen mir doch den Veracht kommen, dass hier etwas sehr einseitigige Behauptungen aufgestellt werden. Ganz so unschuldig sind die Schüler der Hauptschule an der situation bestimt auch nicht. Und der Gedanke, dass die mehrheitlich älteren Hauptschüler systematisch von jüngeren Schülern der anderen Schule vertig gemacht werden will mir nicht so ganz einleuchten…
Wer aber ist "Schuld" an der Situation?
Zunächst einmal war es nicht der politische Wille, der letztendlich zur "Schließung" der Hauptschule geführt hat. Es gab einfach nicht genügend Anmeldungen!
Auch dafür ist wohl kaum der Bürgermeister verantwortlich zu machen.
Im Gegenteil, ist es doch überwiegend die konservative Ecke, die an dem 3-gliedrigen Schulsystem festhalten will.
Und dass die beiden Schulen (anscheinend) nicht so recht miteinander auskommen und es immer wieder Streit und Auseinandersetzungen gibt, ist das die Schuld der Bürgermeisters? Sollten die Pädagogen (!!!) der beiden Schulen nicht auch ohne intervenierung der Stadtverwaltung nebeneinander existieren können? Ist es die Schuld des Bürgermeisters oder der Verwaltung, das die Lehrer und die Schulleitungen anschenend nicht professionell mit- und nebeneinander arbeiten können?
Nun wurde die Verwaltung zum Handeln gezwungen, weil die beiden Parteien offensichtlich nicht in der Lage sind, in nebeneinander einem Gebäude zu existieren.
Und die Entscheidung, dass die (auslaufende!!!) Hauptschule nun diejenige ist, die Umziehen muss hat dabei ganz praktische Gründe.
Ihre Schülerzahlen werden defacto Jahr für Jahr abnehmen, während die Privatschule wächst.
Die Hauptschule existiert nur noch auf Zeit, während die Privatschule Zukunft hat.
Wärend Eltern anscheinend ihre Kinder nicht mehr auf eine Hauptschule schicken wollen (weshalb die Hauptschule ja nun auch ausläuft), wird die Privatschule von Anfragen überhäuft.
Wäre somit die Entscheidung gegen die Privatschule (und somit der Verlust der selbigen für die Stadt) die bessere? Nur weil die Hauptschule "ältere Rechte" hat?
Überhaupt ist der Verwaltung mit der Ansiedlung der Privatschule ein Clou gelungen, der Heiligenhaus gegenüber (konkurierenden) Kommunen der Region einen entscheidenen Vorteil verschafft.
Es ist den Verantwortlichen hoch anzurechnen, das sie den sonst leerstehenden Gebäudekomplex einer neuen Nutzung zugeführt haben und nebenbei die Schullandschaft der Region um ein weiteres Angebot bereichert haben.
Das die (kostenpflichtige) Privatschule aufgrund der Kosten nicht unbedingt jedermann (bzw. jederman’s Kind) zugänglich ist, kann man auch nicht als Skandal titulieren. Man verbietet einem Stuttgarter Unternehmen ja auch nicht, ihre teuren Autos zu bauen, nur weil sich nicht jeder eines leisten kann… Und auch der Bau eines Eigenheims ist nicht verpöhnt, nur weil viele aus finanziellen Gründen in kleinen Mietwohnungen hausen…
Wem unser stattliches Schulsystem nicht ausreicht und es sich leisten kann, der soll seine Kinder halt in Privatschulen schicken. Das ist sein gutes Recht.
Wem dieses System nicht passt, sollte sich bei der nächsten Landtags- oder Bundestagswahl halt überlegen, wem er seine Stimme gibt…
Solange aber das herrschende, kapitalistische System darauf aufbaut, das es immer Reiche und Arme gibt, wird das auch so bleiben… Alternativ müsste man wohl den Sozialismus wieder einführen…
Insgesamt will ich nicht behaupten, das die "besorgten Eltern" in jedem Punkt unrecht hätten.
Sicherlich gibt es einige Dinge, die in unserer Kommune besser laufen könnten!
Dinge, die z.T. nicht einmal in dem Protest der Eltern erwähnung finden.
z.B.: die Zukunft des Clubs, die Personalsituation in städtischen Kindertagesstätten, mangelnde Konzepte zur Jugendarbeit, etc…
Und es ist immer gut, wenn sich Bürger dafür "auf die Strasse" stellen.
Nur hätte ich mir gewünscht, wenn dieser Protest eine etwas vielschichtigere Basis hätte.
So habe ich den Eindruck, das es sich "nur" um ein paar verärgerte Eltern einer Einrichtung handelt, die ihren Unmut zum Ausdruck bringen.
Über die Verhältnisse in anderen Einrichtungen wird nähmlich nicht sehr viel gesagt.
Aber die Ausführungen in dem "Info-Blatt" sind etwas unausgegoren und die Art und Weise, wie auf den Bürgermeister und seine Partei herumgetrampelt wird, ist sicherlich nicht in jedem Fall gerechtfertigt und im Zweifel kontraproduktiv.
Auch die Wortwahl und der Stil der "Info-Blatts" ist sehr einseitig.
Das der Bürgermeister diesen Protest trotzdem ernst nimmt, und die Eltern zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen hat, zeigt mir immerhin, dass die Aktion nicht umsonst war…
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@Amarillyon Ich finde es gut, dass Du Dir so viel Mühe mit den Erklärungen gegeben hast. Ganz absichtlich hab ich mich hier sehr neutral verhalten und einfach nur berichtet. Das dieser Infobrief sachliche Fehler hatte, hab ich auch schnell erkannt. Trotzdem haben wir ihn als Download gebracht, weil es die Meinung der Verfasser ist.
Meine eigene Meinung tut hier nichts zur Sache, kommt aber Deiner Meinung in vielen Punkten sehr nahe.Die ganze Angelegenheit hat allerdings gezeigt, dass man in Heiligenhaus etwas bewegen kann und genau dazu ist der BLOG nun auch gedacht.
Der Blog ist dazu eine gute Plattform und die vorgebrachte (unberechtigte) Kritik am Bürgermeister wird er sicher locker wegstecken
LG, Ralf.