Einmal um die ganze Welt
Funkamateure nahmen an Wettbewerben teil
Der Isenbügeler Kopf ist ein beliebtes Ziel für Funkamateure. Am vergangenen Wochenende waren Funkamateure aus Duisburg dort, um an zwei Wettbewerben teilzunehmen. Sie hatten sich vorab angekündigt und weil der Autor dieser Zeilen ebenfalls Funkamateur ist, war ein Besuch obligatorisch. Zwei Zelte und entsprechende Antennen wurden errichtet, um dem Hobby zu frönen. Gefunkt wurde auf den Frequenzen der Kurzwelle (KW) und Ultrakurzwelle (UKW). Die Funkwettbewerbe finden mehrfach im Jahr statt. Es gibt einheitliche Wettbewerbsregeln. Zu dem sogenannten Kurzwellen – Fieldday muss man sich vorher beim Veranstalter anmelden. Es darf keine feste Stromversorgung benutzt werden und das nächste Gebäude muss in einer gewissen Entfernung stehen, damit nicht geschummelt werden kann. Kontrollteams des Veranstalters sind berechtigt die Anlage auf Einhaltung der Wettbewerbsregeln zu überprüfen.
Die Duisburger Funkfreunde setzten einen Stromerzeuger ein, der beide Funkanlagen mit Strom versorgte. Gefunkt wird – je nach Motivation – über volle 24 Stunden, im Mehrmannbetrieb. Unter dem Rufzeichen DL0D (Delta Lima Null Delta) gelangen Funkverbindungen bis in den pazifischen Raum. Ein bestimmtes Punktesystem, für getätigte Verbindungen und Klassifizierungen, bestimmen hier die Regeln. Es kommt auch darauf an, wie viele Länder auf der Welt erreicht wurden. Eine spannende Sache, denn man muss Tag – und Nachtseite (Zeitverschiebung) der Erde berücksichtigen und auch die jeweils herrschenden Ausbreitungsbedingungen kennen. Kurzwellenfrequenzen werden an den obersten Schichten der Atmosphäre reflektiert und zur Erde zurückgeworfen. Durch diese Sprünge, zwischen Atmosphäre und Erde entstehen diese großen Reichweiten. Die Ausbreitungsbedingungen sind hier nicht vom Wetter abhängig, sondern von der Sonnenaktivität und den Sonnenflecken.
Zweiter Wettbewerb auf UKW
Mit der zweiten Funkanlage nahm man gleichzeitig an einem UKW-Wettbewerb teil. Auch hier herrschen Regeln und neben dem Austausch der Signal-Rapporte wird auch der Standort übermittelt. Jeder überbrückte Kilometer zählt dabei einen Punkt und wer die meisten Punkte erreicht, hat den Wettbewerb gewonnen. Schleichen sich Fehler bei der Übermittlung ein, erfolgt ein Punkabzug durch die Auswertung. Am frühen Sonntagnachmittag gelang auf UKW ein Funkkontakt nach Schottland. Der Isenbügeler Kopf macht es möglich, denn auf den UKW – Frequenzen hat man eine quasi optische Ausbreitung. Je höher und freier der Standort liegt, desto größer ist die mögliche Reichweite. Besondere Wetterlagen, wie beispielsweise Temperaturumkehrungen (Inversionswetterlagen), ermöglichen mitunter Reichweiten von über 600 km. Außerdem ist man auf einem solchen Hügel weit weg von störenden Beeinflussungen durch andere elektronische Geräte, in den Haushalten. Plasmabildschirme, Computernetzteile oder auch PLC – Anwendungen können den Amateurfunkempfang durchaus sehr beeinträchtigen.
Ein hoch gelegener Standort vermindert solche Hindernisse und außerdem macht gemeinsames Funken viel Spaß. Wie gut die Funkfreunde nun abgeschnitten haben, werden sie erst in einigen Wochen erfahren. Dazu werden die Logbücher per E – Mail eingereicht und zentral ausgewertet. Natürlich geht es bei solchen Fielddays zünftig zu. Es wird gegrillt und wer nicht gerade am Funkgerät sitzt, fachsimpelt auch gerne über Amateurfunktechnik. Amateurfunk ist ein weltumspannendes Hobby, völkerverbindend und grenzenlos. Oftmals ist Amateurfunk auch ein letzter Rettungsanker in Notfällen. Deshalb kann man solche Fielddays durchaus als Notfallübung zu betrachten. Amateurfunk ist weltweit durch internationale Vertragswerke geregelt. In Deutschland gibt es ein Amateurfunkgesetz und entsprechende Verordnungen. Dieses Hobby darf erst nach einer bestandenen Prüfung ausgeübt werden, ähnlich wie bei Segelfliegern oder Freizeitkapitänen. In Deutschland gibt es etwa achtzigtausend Funkamateure. Längst gibt es viele Funkverfahren, die ohne den Einsatz eines Computers nicht denkbar wären. Das Hobby ist sehr vielseitig, denn es gibt viele Synergien mit anderen Interessengruppen (Pfadfinder, Bergleute, Eisenbahner, BOS-Dienste, IPA, Amateurfunk in der Schule) und aus mancher Funkverbindung entstehen auch weltweite Freundschaften. Die Duisburger Funkfreunde hatten am Wochenende viel Glück mit dem Wetter, denn es bleib weitestgehend trocken. Auch der Wind hielt sich in Grenzen. Wind ist der größte Feind einer Antennenanlage. In den USA sagen die Funkamateure scherzhaft: “Wenn eine Antennenanlage einen schweren Sturm schadlos übersteht, dann war sie zu klein!“ Am späten Sonntagnachmittag wurden Antennen und Zelte wieder abgebaut, aber im nächsten Jahr werden sie wiederkommen, um den guten Standort zu nutzen.
Infos: www.darc.de
7 Kommentare
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- Schöner Amateurfunk Blog-Artikel vom Fieldday | DL2UL-HamradioBlog - [...] Der Ortsverband Duisburg – Huckingen (DOK L-16) hat am letzten Wochenende am Kurzwellen – Fieldday teilgenommen und dabei von ...
Saving...










Hallo Ralf,
danke für den Bericht. Zwei Nachträge: die Homepage des DARC e.V. Ortsverband Duisburg-Huckingen (L16) findet man unter
http://www.darc.de/distrikte/l/16/
Erste Photos von DL0D/P und anderen teilnehmenden Stationen sind unter
http://www.darc.de/referate/dx/fgdcf.htm
Aktuelles Jahr
Auswertung SSB
Photos
im Internet zu finden
73 de Johannes, DK8JB
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Hallo OM Ralf,
zunächst einen herzlichen Dank für deinen Besuch auf dem FD von L16. Darüber waren wir sehr erfreut.
Du hast hier auf deiner Homepage einen schönen Artikel über die Wettberwerbe und über den Club L16, OV Duisburg-Huckingen geschrieben!
Einen recht herzlichen herzlichen Dank dafür!!!
Du hast eine ganz tolle Seite im www Gratualtion!
Ich werde in Zukunft wieder deine Seiten besuchen.
Vy 73 und weiterhin viel Erfolg!
Fritz, DF6JF
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Hallo Ralf,
netter Artikel…erinnert mich so an meine CB -Funk-Zeiten in der 80ern.
Natürlich nicht zu vergleichen…aber trotzdem nette Leute unterwegs. Meine 1000 QSL Karten habe ich leider weggeworfen…waren auch viele Amateurfunker dabei.
Die A1 war damals besonders lohnend wegen der Brummifahrer. Treffpunkt war immer die Raststätte Remscheid…im Vergleich zu Schottland natürlich nikkes…aber sauspannend.
Meine Lehnhard Mobilanlage (24 Kanäle)!!! ist dann noch für 50,- Mark weggegangen als der Audi 50 auf den Schrott mußte… der Einbau und die Antenne dazu wollte ich meinem ersten neuen Auto nicht antun.
Damals war´s!!!!
Viel Spass noch weiterhin!
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@Johannes
@Fritz
Danke auch für die Ergänzungen mit den Internet – Links. Es freut mich, dass Euch der Artikel gefällt. Für manche Gelegenheiten und für Öffentlichkeitsarbeit ist diese Blog – Seite sicherlich recht gut. Diese Internetplattform ist übrigens ein Projekt der Firma Bergisch Media. Von dort wird sie auch redaktionell betreut. Die Zugriffe auf den Blog sind recht hoch. Es gibt hier viele Leser und vielleicht kann man ja die Neugierde etwas wecken.
Das Internet ist voll mit Informationen über Amateurfunk.
Viele Grüße nach Duisburg,
Ralf.
(DL8RJ)
@Wuppertaler
Ich bin schon als Kind mit diesem Hobby groß geworden, denn mein Onkel ist ebenfalls Funkamateur. Erst im Jahr 1992 habe ich die Prüfung abgelegt und dann im Jahr 1998 die Morseprüfung nachgeholt. Heute ist die Morseprüfung abgeschafft und es gibt weitere Erleichterungen für Hobby – Einsteiger. Aktuell wird im Moment über eine neue Einsteiger – Genehmigungsklasse für Deutschland diskutiert und die wird auch bald kommen. Viele Funkamateure kommen ursprünglich vom CB – Funk. Besonders in den letzten 20 Jahren – was aber nicht schlecht ist! Die Möglichkeiten sind eben vielfältiger und abwechselungsreicher. QSL – Karten sind eine feine Sache. Ich habe mehrere Schuhkartons voll. Ich weiß nicht genau wie viele es sind und habe sie nie gezählt, aber es sind manch tolle Erinnerungen dabei.
Hallo und viele Grüße vom Team DL0IT/p!
Ich habe mich sehr gefreut, als ich diesen Beitrag gefunden habe, dass ich euer Rufzeichen in unserem Log finden durfte
Wir hatten morgens um 05:45h (UTC) auf 80m das Vergnügen und natürlich freuen wir uns auch im nächsten Jahr oder bei vergleichbaren Gelegenheiten wieder miteinander funken zu dürfen.
Viele Grüße aus dem Saarland,
Kim, DG9VH
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Ich habe noch eine Bilder Gallery hinzugefügt.
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Hallo aus dem Bergischen,
Ralf ich habe Deinen (wie immer) interessanten Artikel an unseren Ortsverband weiter geleitet. Immer in der Hoffnung,
auf eine “verträgliche” Zukunft für den Amateurfunk, unser gemeinsames Hobby.
vy 73, Klaus DL1JE OVV R13/ Remscheid
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