Eine Nummer zu groß!

Am Mittwoch, den 6.5. lud die Stadtverwaltung alle interessierten Heiligenhauser Bürger und Einzelhändler zur Vorstellung des zukünftigen Einzelhandelskonzeptes der Stadt Heiligenhaus ein. Im Vorfeld dieser Vorstellung wurde das Einzelhandelskonzept, zur Verwunderung der WAHL, im zuständigen Ratsausschuss einstimmig und über alle vertretenen Fraktionen hinweg gebilligt. Das Konzept beruht nachweislich auf kruden, nicht nachvollziehbaren Berechnungsgrundlagen. So erweitern 8600 Höseler Bürger auf wundersame Weise die Heiligenhauser Bevölkerung zur Ermittlung des Nachfragevolumens in der Stadt. Wir sind der Meinung, dass Schätzungen nicht Grundlage für eine derart weit reichende und für die Stadt einschneidende Planung sein dürfen. Angeblich werden zur Zeit 70 Cent je Euro, der Kaufkraft der Heiligenhauser auch in Heiligenhaus ausgegeben. Nun möchte man mit dem Konzept verwirklichen, dass der gesamte Euro in Heiligenhaus bleibt. Diese weltfremde Betrachtung lässt vollkommen außer acht, dass die umliegenden Städte und Einkaufszentren auch in Zukunft für den Heiligenhauser Bürger attraktiv bleiben werden. Anzunehmen den ganzen Euro hier behalten zu können, ist vermessen! Eine Center-orientierte Bebauung im Bereich der Innenstadt hat in Heiligenhaus bereits eine lange erfolglose Vergangenheit (Ludgerus-Galerie, Aldi-Passage, Rathaus-Center). WAHL befürchtet, dass ein derartiges, für Heiligenhaus überdimensioniertes Projekt keine Verbesserung des bestehenden Einzelhandelsangebots bringt, sondern im Gegenteil, zu Pleiten und weiteren Leerständen führt. Unserer Meinung nach sollte mit, statt gegen den bestehenden Einzelhandel geplant werden wenn es um eine Verbesserung des Angebotes für den Heiligenhauser Bürger geht. Die Bereitschaft dazu wurde von zahlreichen Einzelhändlern signalisiert. Wahl findet es skandalös, dass ein, für die Heiligenhauser, derart einschneidendes Projekt in einem Schnellschussverfahren noch vor der Sommerpause verabschiedet werden soll. Dass noch weiterer Informations- und Diskussionsbedarf besteht, ist bei der fast 4 Stunden andauernden Konzeptvorstellung eindrucksvoll deutlich geworden. Wirkliche Bürger-beteiligung und verantwortungsvolles politisches Handeln sieht anders aus!

1 Kommentar

  1. amarillyon
    Mai 13, 2009

    Das “Einzelhandelskonzept” könnte man auch plakativ mit “WOLLT IHR DIE TOTALE ZENTRALITÄT” überschreiben.
    Denn nach den Plänen wird der Einzelhandel NOCH viel mehr auf einen kleinen Kern im Innenstadtbereich konzentriert. “Zwischen den Kirchen”, wie Herr Heinze (der dieses Einzelhandelskonzept mit seinem Büro entwickelt hat) es nannte.

    Bereits in der Analyse des IST-Zustandes wurde ermittelt, das viele Stadtteile (und somit viele Bürger) schon jetzt nicht mehr “Fußläufig” die Waren des täglichen Bedarfs beschaffen können.

    Das Einzelhandelskonzept sieht nun vor, das die bisherige Situation – Schließung von Stadtteilnahen Einkaufsmöglichkeiten – weiter vorangetrieben werden soll.
    Schlimmer noch, selbst die Läden an der Hauptstraße in der Ober- und Unterstadt sollen nach Willen der Planer verschwinden.
    Auf Nachfrage sagte Herr Heinze, diese Flächen (in der Ober- und Unterstadt) seien nur von “sekundärer Priorität”. Die Besitzer sollten überlegen, ob sie diese Flächen nicht umwandeln sollten. In Dienstleistungen (Büros, etc.) oder direkt in Wohneinheiten (ähnlich wie in der Unterip).

    Diese Aussage muss für die Einzelhändler an diesen Standorten wie eine Ohrfeige wirken.
    Ebenso für alle Einwohner, die nicht zentral in der Stadt wohnen und womöglich nicht einmal über ein eigenes Auto verfügen, mit dem sie in die Stadt fahren könnten.

    SO sieht also die Stadtteilpolitik der Stadt aus…
    “sekundäre Priorität”…

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