Ein Blick über die Stadtgrenze

‚Haus Hartenfels’ im Stadtwald von Duisburg

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Man findet diesen schlossartigen Landsitz nicht zufällig. Vor längerer Zeit wurde im Fernsehen über diese Immobilie, die zum Verkauf angeboten wurde, berichtet. Daran erinnert, wurde eine Suche eingeleitet. Fündig wurde ich im Stadtwald von Duisburg, zwischen Duisburg-Neudorf und Mülheim-Speldorf. Die Adresse lautet „Mülheimer Straße 290“, wobei das Haus nur über Nebenstraßen und schlussendlich zu Fuß erreicht werden kann. Der einstige Sitz der Familiendynastie Klöckner wurde von Peter Klöckner († 1940 in Duisburg) in Auftrag gegeben. Baubeginn war im Jahr 1911. Ursprünglich war das Gebäude noch großzügiger geplant. Aber man entschloss sich dann doch zu einer Variante, die vergleichsweise bescheidener ausfiel. Nach An- und Umbauten an der Westfassade, war das Gebäude im Jahr 1927 dann endgültig fertig. Zum Kriegsende verließ die Familie die Unternehmervilla. Das Haus diente danach als Unterkunft für Flüchtlinge und ausgebombte Menschen.

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Internetrecherchen (Wikipedia) ergaben nur spärliche Ergebnisse über die Größe des Hauses. Über die Anzahl der Zimmer war nichts zu finden und auch über den heutigen Zustand im Inneren gibt es nur vage Angaben. Die Ausbeute an aussagekräftigen Fotos war ebenfalls gering. Bis in die achtziger Jahre geriet das Haus eher in Vergessenheit. Dann erfolgte eine äußerliche Widerherstellung. Kürzlich bot sich das sonnige Winterwetter für einen Ausflug an. Kein Hinweisschild von der Hauptverkehrsstraße weist auf das Haus hin. Man muss danach suchen. Der Weg endet vor einem verschlossenen Tor, an einer ehemaligen Einfahrt. Rechts daneben scheint sich das ehemalige Pförtnerhaus zu befinden. Das parkähnliche Anwesen soll die Größe von 6 ha haben. Hinter den Bäumen ist ein großes Gebäude zu erkennen. Auf Wanderwegen kann man das Areal umrunden. Zunächst verhindern viele Bäume die Sicht auf das Gemäuer, aber irgendwann wird der Bewuchs offener und die mächtige Größe dieses Hauses entwickelt seine volle Wirkung.

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Es übertrifft alles was man hier erwartet hätte. Das repräsentative Anwesen ist von einem hohen Metallzaun umschlossen. Die Jalousien an den Fenstern von „Haus Hartenfels“ sind geschlossen und der hohe Turm, der angeblich einen Ausblick über das westliche Ruhrgebiet erlaubt, ragt gewaltig hoch in den blauen Himmel. Auf der anderen Seite führt ein Trampelpfad den Zaun entlang. Immer wieder gibt es Möglichkeiten die Kamera einzusetzen und durch den Zaun zu fotografieren. Auf der Westseite befindet sich ein weiteres Gebäude, mit einem verschlossenen Eingangstor, unter einem Rundbogen. Von hier gab es früher eine Zufahrt, die am heutigen Zoo-Parkplatz begann. Große Tore auf der Innenseite lassen hier ehemalige Garagen vermuten. Zu sehen ist auch ein Ziehbrunnen im Garten. Aber es gibt keine Möglichkeit auf das Gelände zu gelangen. Alle Eingänge sind verschlossen und der Außenzaun ist fast drei Meter hoch. Mehrfach wurde offenbar versucht das Anwesen zu vermarkten. Gedacht wurde dabei zunächst an eine gastronomische Nutzung, als Hotel oder Tagungsstätte. Zur Zeit gibt es Umbaupläne, um 15 unterschiedliche Eigentumswohnungen entstehen zu lassen. Die LICON Unternehmensgruppe aus Leipzig, weist auf ihrer Internetseite darauf hin. Eine Wohnform, die  bereits in ähnlichen Gebäuden umgesetzt wurde. Angesprochen wird hier natürlich ein entsprechend finanziell solventes Klientel. Anders als bei anderen Unternehmervillen, wie beispielsweise bei der „Villa Hügel“ in Essen, ist es in den vergangenen Jahrzehnten augenscheinlich nicht gelungen das beeindruckende Anwesen einem öffentlichen Nutzen zuzuführen.

Für Besucher lohnt sich dennoch ein Ausflug in diese Gegend. Gerade im Winter gibt es mehr zu sehen, weil die Bäume nicht belaubt sind. Das „Haus Hartenfels“ ist Bestandteil der Route-Industriekultur (Unternehmervillen). Wanderwege im Duisburger Stadtwald laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein und weitere Attraktionen und Ausflugsziele befinden sich ebenfalls im Raum Duisburg / Mülheim.

Fotos: Ralf

2 Kommentare

  1. Guten Tag, der Bericht ist nicht korrekt. Es gibt einen ernsthaften Interessenten mit Vermögen und Konzept. Der aktuelle Eigentümer rührt sich nur nicht auf Anfragen! Leider.

    Grüße
    MCI

    Kommentar bewerten: Daumen hoch 0 Daumen runter 2

  2. Ralf
    Nov 20, 2011

    Vielen Dank für die ergänzenden Infos. Der Artikel ging bereits im Dezember 2009 online.

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