Ein Blick über die Stadtgrenze
Besuch am ehemaligen Maschinenhaus der Zeche Rudolph
Wer diese Ruine nicht kennt, der entdeckt sie auch nicht zufällig. Sie liegt mitten in einem Waldstück und sie ist von außen nicht sichtbar. Ursprünglich durch ein Foto auf „Google-Maps“ neugierig geworden, machte ich mich auf die Suche. Ob die Positionsangabe in Google-Maps stimmen würde? Bereits vor etwa einem Jahr, war ich auf diese Info gestoßen. Damals fand ich allerdings einen Hinweis im Internet, dass man diese Ruine angeblich nur über einen Privatweg erreichen könnte. Deshalb verwarf ich zunächst den Gedanken zu einer Vor-Ort-Erkundung. Vor dem 1. Mai plante ich dann eine längere Wanderung und ich legte die Strecke so, dass mich der Weg ganz nah an dem Standort vorbei führte. Vielleicht gab es ja doch eine Möglichkeit die Ruine zu besichtigen, ohne über ein Privatgrundstück zu müssen? Eine weitere Vorab – Recherche führte mich auf eine Internetseite (siehe unten), auf der auch die Geschichte der einstigen Zeche beschrieben ist.
Am 1. Mai machte ich mich auf den Weg. Die Ruine befindet sich im „Oefter Wald“, unweit des gleichnamigen Landgasthofes. Gut anderthalb Stunden Fußweg, sind es von Heiligenhaus-Oberstadt. Über den Stadtteil Tüschen erreicht man sehr schnell den Oefter Wald, auf Essener Gebiet. Man geht ein Stück die Straße „Zum Timpen“ hinauf und biegt dann nach links in den Landgasthof „Oefter Wald“ ein. Über den Parkplatz hinweggegangen, führt ein Wanderweg in Richtung „Schloss Oefte“. Am Waldanfang angekommen, zweigt ein Trampelpfad nach links in den Wald ab. Ich beschließe diesem Trampelpfad zu folgen und halte mich immer geradeaus. Hier irgendwo hier muss die Ruine sein. Und tatsächlich – nach etwa 150 Metern sieht man plötzlich hohes Mauerwerk hinter den Bäumen auftauchen.
Die Ruine des einstigen Maschinenhauses erhebt sich nahezu in einer märchenhaften Kulisse. Fast völlig von der Natur vereinnahmt, sieht das Gemäuer absolut verwunschen aus. Sonnenlicht fällt durch die hohen Bäume und als ich etwas näher heran bin, erahne ich die Größe dieser Ruine. Fenster, Scheiben oder ein Dach gibt es nicht mehr. Bäume sind in das Gebäude eingedrungen. Je näher ich den efeubewachsenen Ziegelsteinwänden komme, um so vorsichtiger muss ich aufpassen, wohin ich meine Füße setze. Im nördlichen Bereich liegen viele Ziegelsteine. Auch Mauerreste sind am Boden zu sehen. Vermutlich haben hier noch weitere Gebäude gestanden und möglicherweise auch eine turmartige Einrichtung. Bevor ich mich der Ruine widme, erkunde ich vorsichtig den nördlichen Bereich. Kleine Löcher tun sich im Boden auf und ich sehe Reste von weiteren Mauen und Fundamenten. Meistens bedeckt mit Laub und Moos. Hier entstehen erste Fotos. Wenige Meter weiter öffnet sich der Boden. In etwa 3 oder 4 Metern Tiefe sehe ich eine schachtähnliche Öffnung. Der Weg in die Dunkelheit ist durch massive Metallstreben verschlossen. Aus Sicherheitsgründen gehe ich nicht hinab.
Zu gerne hätte ich mit der Taschenlampe in die dunkle Öffnung geleuchtet. Aber es ist klar, dass diese Metallstreben nachträglich angebracht wurden. Mir fällt diese Ruhe an der Ruine auf. Nur einige Vögel zwitschern und Mücken tanzen im Sonnenlicht. Dann nähere ich mich der eigentlichen Ruine, die aus roten Ziegelmauern besteht. Bis weit nach oben gibt es Fensteröffnungen mit gemauerten Bögen. Wenige Schritte weiter finde ich einen Eingang in die Ruine. Nachdem ich mir ziemlich sicher war, dass mir nicht gerade ein Ziegelstein auf den Kopf fallen wird, beschließe ich in das Innere vorzudringen Aber von außen sehe ich schon eine weitere Mauer, die sich im Inneren erhebt. Nur etwa einen Meter hinter der Außenmauer. Ich folge einem gangartigen Weg, der im Inneren dicht an den Außenwänden entlang führt. Weil das Dach fehlt, ist der Blick nach oben frei, bis in die Baumkronen. Ich erkenne bald, dann das sich im Inneren ein riesiger gemauerter Sockel erhebt, der u-förmig verläuft.
In der Mitte gibt es eine größere Öffnung. Teilweise wachsen hier kleinere Bäume. Auch für diesen Sockel wurden rote Ziegelsteine verwendet. Auf den Mauerkronen dieses Sockels ragen verrostete Gewindestangen hervor, die sich senkrecht nach oben erheben. Sie sind etwa einen Meter lang. Hier müssen früher mächtige Maschinen gearbeitet haben. Auf der anderen Seite der Ruine angekommen, gelange ich wieder ins Freie. Kleine Trampelpfade führen von der Ruine weg und ich mache weitere Fotos, aus etwa 10 bis 20 Metern Entfernung. Hier befinden sich nur Brennnesseln am Boden und etwas mehr Licht fällt auf eine kleine Lichtung. Die Natur, die Witterung und auch die Zeit, nagen am Mauerwerk. Die Ruine ist etwa 20 x 20 Meter groß. Bis zur einstigen Giebelspitze schätze ich die Höhe auf etwa 12 Meter. Das Gemäuer ist ein stiller Zeuge der Industriekultur. Bäume und deren Wurzeln setzen den Mauern zu. Ich finde eine Stelle, an der ein großes Stück aus einer Mauer fehlt. Vermutlich wurden ganze Stücke durch Wurzeln eines nahestehenden Baumes herausgedrückt. Teilweise sind die Wurzeln bis in das Innere der Ruine eingewachsen. Einige Bäume, die sehr dicht an den Mauern stehen, haben einen gewaltigen Durchmesser und haben ein hohes Alter erreicht. Auffällig ist, dass im Bereich der Ruine kaum Müll herumliegt.
Nur die Trampelpfade zeugen von Besuchern, vermutlich auch vielen Fotografen. In Richtung Süden grenzt ein eingezäuntes Privatgrundstück an das Gelände. Nach Westen geht es talabwärts. Irgendwo dort unten fließt der Römerbach. An der Ruine selbst gibt es keine Absperrung, keine Warnschilder oder sonstige Gefahrenhinweise. Wer sich dorthin begibt, sollte festes Schuhwerk und lange Hosen (Brennnesseln!) tragen und aus Sicherheitsgründen in Begleitung sein. Obwohl die Ruine nur etwa 150 Meter von einem Spazierweg entfernt liegt, hat man das Gefühl mitten in einem urbanen Wald zu sein. Niemand scheint sich um diese Ruine zu kümmern. Zwar stand die eigentliche Zeche an einer anderen Stelle, aber das einstige Maschinenhaus ist der letzte noch vorhandene Rest davon. Bevor ich meine Wanderung fortsetze, entstehen noch viele Fotos. Obwohl es im Internet schon einige Fotos gibt, möchte ich meine eigenen Eindrücke festhalten und mitnehmen. Wieder in Heiligenhaus angekommen, ergeben genauere Internetrecherchen (1) , dass die Zeche im Jahr 1966 endgültig geschlossen wurde. In der Historie der Zeche gab es immer wieder Stillegungen und Wiederinbetriebnahmen. Diese Ruine ist ein Beweis dafür, wie dicht der Kohlebergbau an unserer Stadtgrenze war. Vom Rathausvorplatz in Heiligenhaus, sind es nur etwa 4,2 Kilometer (Luftlinie), bis zum ehemaligen Maschinenhaus. Vermutlich hat man das Gebäude seit 43 Jahren der Natur überlassen. Irgendwann wird diese Ruine leider völlig verschwunden sein. Obwohl die Zeche Rudolph – sie stand einst an der Laupendahler Landstraße – nur eine Kleinzeche war, sind diese Spuren eine letzte anschauliche Erinnerung an eine vergangene Hochzeit der Kohleförderung.
Glück auf!
Weitere Informationen und Quellen (1) im Internet: www.guenter-pilger.de
Fotos: Ralf
Saving...






































Toller Beitrag!
Danke.
PS: Hoffentlich lesen diesen Beitrag nicht so viele (Ironie?), sonst ist die Gefahr groß, dass bald Zerstörungen einsetzen oder alles “vermüllt” wird.
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früher wurde sogar noch mit kohle geheizt. Da war noch wat los im Pott. Heute labern die über feinstäube und co2 und machen alle verrück. dat ist abzocke.
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Zu dieser tollen Location gibt es für Interessierte auch einen Geocache. Diesen findet man unter:
http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=3deff6ed-c249-4271-a745-e804f93e706b
Ist ein wirklich sehenwerter Ort!
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Hy, super tolle Loctiona. Super Tip. Sehr schöne Bilder. Tausend Dank für diesen Beitrag.Eentuell sehen wir uns dort.
Auch Dank für den Link.
Peter
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@ koboldpeter
dies ist die location von der ich dir erzählt habe
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