Aktiv im Ehrenamt
9. Januar 2009 - Von Ralf in Bürgerportraits, Umwelt | Druckversion | Versandversion
Vögel am Abstkücher Teich werden beringt

In den letzten Tagen staunen die Spaziergänger immer wieder. Ein Mann steht am stark zugefrorenen Abtskücher Teich und füttert die dortigen Vögel. In einer Plastiktüte hat er Toastbrot mitgebracht. Das was zunächst wie ein Verstoß gegen das Fütterungsverbot aussieht, ist hier allerdings Mittel zum Zweck. Herr Reinhard Vohwinkel wohnt in Velbert und arbeitet ehrenamtlich für die “Vogelwarte Helgoland“. Er ist zuständig für den gesamten Kreis Mettmann und allgemein dort zu finden, wo sich Vögel in großer Anzahl aufhalten. Zur Zeit ist er am Abtskücher Teich unterwegs und beringt möglichst viele Jungvögel oder auch Vögel die bisher noch nicht beringt wurden. Die Jungschwäne haben bereits vor einigen Wochen Ringe bekommen. Bei den Schwänen muss man vorsichtig sein, denn in deren Flügeln steckt sehr viel Kraft. Bei kleineren Vögeln werden verschiedene Fangmethoden angewendet. Grundsätzlich werden die Tiere mit Futter angelockt. Manchmal werden sie mit der Hand eingefangen, mit einem Kescher oder mit einer präparierten Netzfalle. Der Markierungsring ist schnell angebracht und für die Tiere nicht hinderlich. Danach werden sie sofort wieder in die Freiheit entlassen.
Die Kennzeichnung auf dem Ring gibt Aufschluss darüber, wo sie beringt wurden. Auch die Farben der Ringe haben verschiedene Bedeutungen. Bei späteren Kontrollen kann man dann die geografischen Flugbewegungen der Tiere nachvollziehen und auch die dabei zurückgelegten Entfernungen. Ferner kann man auch auf das Alter der Tiere Rückschlüsse ziehen. Reinhard Vohwinkel: „Ich habe schon Tiere beringt, die dann in 1500 km Entfernung wieder gesichtet wurden.“ Besonders die Möwen nähern sich neugierig der präparierten Netzfalle, die Reingard Vohwinkel mit Hilfe einer Drachenschnur auslöst. Enten und Wasserhühner sind etwas misstrauischer. Aber Reinhard Vohwinkel ist erfahren und wechselt einfach den Standort. Einige Spaziergänger bekommen Aufklärung am lebenden Objekt und staunen teilweise über die routinierte Fangmethode, wenn Reinhard Vohwinkel blitzschnell mit der Hand zugreift. Wann bekommt man schon Gelegenheit so etwas zu beobachten? Egal ob nun Möwen, Enten, Wasserhühnchen, Blesshuhn oder Nilgänse. Möglichst viele Vögel werden auf diese Weise gekennzeichnet. Reinhard Vohwinkel lachend: „Alle Vögel kann ich nicht beringen, aber viele eben doch.“ Und das alles geschieht ehrenamtlich, bei winterlichen Wetterbedingungen.










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