95 Jahre MGV "Heimatklänge" Heiligenhaus


Sie waren Sänger im Pfarr-Cäcilienchor. Der Durst nach den Proben wurde jeweils mit Bier gestillt, die Stimmen weiterhin gefordert. Im Jahr 1911 Ursprung zur Bildung des MGV. „Heimatklänge“ durch ein Doppelquartett unter Leitung von Christian Schmitz, beseelt von einer grossen Liebe zum deutschen Volkslied.


Paul Krajewski, damals 18 Jahre. Mitbegründer von „Heimatklänge“: 1911.
Seine Erinnerungen: „Nach harter 12-stündiger Tagesarbeit kam abends immer schnell eine gesellige und fröhliche Stimmung auf, die nicht nur Erholung und Ausspannung brachte, auch Zusammengehörigkeitsgefühl, das jedem in seinen Alltagssorgen Halt und Abhilfe gab. Heiligenhaus, damals knapp 7000 Bürger, ohne Rathaus. Kommunalbeamte verwalteten die Gemeinde in einer alten Volksschule. Bergischer Heimatdichter Carl Schmachtenberg schrieb: „Dat es en Dorp met einer Strot, on lang, on schmal, wie´n Boksennot“ (Dorp = Dorf, Strot = Strasse, Boksennot= Hosennaht) Wie alles Lebendige, so hat sich MGV Heimatklänge aus den bescheidensten Anfängen unter der Leitung von Christian Schmitz entwickelt. Auftritte: Gesang zu Jubiläen, Geburtstagen, Hochzeiten und zur Verschönerung der Gottesdienste, wodurch sich der Kreis der Sänger rasch mit jungen stimmbegabten Männern erweiterte.

Der 1.Weltkrieg brachte den ersten tiefen Einschnitt in das Vereinsleben. Fast alle Sänger waren an den Fronten im Einsatz. Max Schade und August Uhr blieben in fremder Erde. Durch Aufbauarbeit in Chor im Jahr 1928 den Nachkriegsjahren wuchs der Chor auf eine Stärke von 40 Sängern. In der stimmlichen Qualität gefestigt und mit einem beachtlichen Liedrepertoire ausgestattet, kam es im Jahr 1928 zur ersten öffentlichen Konzertaufführung. 1930 konnte man durch die Beteiligung auf überregionaler Ebene an einem Wettstreitsingen im westfälischen Neuenrade den eigenen Leistungsstand erkunden.

1934. Impulsgebender Mentor und Dirigent Christian Schmitz gab nach 23 Jahren aus gesundheitlichen Gründen die Stabführung ab. Nachfolger Hermann Münz stand 1936 zum 25jährigen Jubiläum, das lange Zeit das letzte markante Ereignis des Chores sein sollte, schon unter dem Zeitgeist des neuen Regimes.
Der Ausbruch des 2. Weltkrieges rüttelte zum zweiten Mal an den Grundfesten des Chores. 1942 entschloss man sich zu einer Koexistenz mit den Brudervereinen unter „ Kriegsgemeinschaft Heiligenhauser Chöre“. 1943 erbrachte ein Konzert in der Krone gemeinsam mit dem Sängerbund „Gutehoffnungshütte“ einen Reinerlös über 7.000 RM für das Deutsche Rote Kreuz.
Neuanfang 1945 unter dem Friedrich von Schiller Motto: „Das Alte stirbt, es ändert sich die Zeit und neues Leben blüht aus den Ruinen. Harte Übungsarbeit, aber auch gemütliche Abende und Jahresausflüge prägten die Harmonie der Gemeinschaft.
1956 als erster Höhepunkt ein Konzert mit der Mandolinen – Gesellschaft Wuppertal und später eine herzliche Verbundenheit

mit dem MGV. Medebach im Hochsauerland.
In diese Zeit der stetigen Aufwärtsentwicklung fiel auch die Zusammenarbeit mit Keneth Spencer, Bassist von Weltruf.

Weitere erfolgreiche Konzerte mit:

„Steeler Kinderchor“. <> Tenor Christo Bajew Oper Koblenz. <> Bariton Rudolf Trott Orchester Landesregierung Düsseldorf. <> “Westfälische Nachtigallen“ <> Orchester Landeskonservatorium Wptl. <> Sopranistin Margret Jacoby <> „Harmonie Municipale“ Frankreich. <> „Dinkelsbühler Knabenkapelle“
Echte Freundschaft verbindet den Chor aus Konzerten mit Günter Wewel. Bassi profundi der Dortmunder Oper. Konzertsänger in allen Musik – Zentren Europas und der Welt. Inhaber des Kulturpreises „Hermann- Löns – Medaille“ für seine Verdienste um die Pflege des deutschen Volksliedes.

Seit 1973 führt Gerd Schlupkothen mit seinem Vorstand die Geschicke. Der Chor reist nach Prag, an die Rhön. Besucht den Dom zu Fulda. Hat Konzerte unter anderem im schweizerischen Kandersteg, im Mainfrankenland, im holländischen Vlaardingen, in Kevelar, im Nevigeser Dom und mit dem „Japanischen Frauenchor Düsseldorf.“

Stolz ist man auf die Kooperation mit einigen anderen Chören zur Aufnahme der Schallplatte „Das Chor –Lied“ mit „Amen“ von Qurin Rische, „Ave Maria“ von Anton Bruckner, „Im Abendrot“ und „Die Nacht“ von Franz Schubert“ sowie „Der träumende See“ von Robert Schumann.

Einzigartiger Triumph Unvergessen und weiterer Höhepunkt ein Konzert im November 1996 als. Auftritt von „Heimatklänge, dem Cäcilien-Chor St.Suitbertus und der „German Tenors“ Johannes Gross, Christian Polus und Luis del Rio und Manfred Maurer am Klavier, die unter der Leitung von Dirigent Michael Smetten gemeinsam „Brindisi Libiamo“ aus „La Traviata“ intonierten.

Die Vita des Chores wäre unvollständig ohne den Chordirektor ADC Hans Herrmann zu erwähnen, der über 52 Jahre den Weg des MGV Heimatklänge und seine geschichtliche Entwicklung begleitet hat. Die Krönung seines charischmatischen Wirkens erfuhr er durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Jahr 1988.
Allerdings hat man im Vorstand auch Sorgenfalten. Natürliche Überalterung und somit Nachwuchssorgen. Bedauert wird im Zeitalter multimedialer Schallquellen, das der Mensch zur Passivität verurteilt wird durch Überangebot von Publikationsmitteln oder dem Gefühl „Satt sein“. Leider ist in den Schulen „Gesang“ teilweise oder ganz aus dem Lehrplan gestrichen. In der Alltagskultur des Singens ist Deutschland ein armes Land geworden!

MGV „Heimatklänge“ im 90. Jahr des Bestehens 2001.
Saving...
Es gibt auch noch eine Homepage zum Verein. Falls es jemanden interessiert: http://www.heimatklaenge-heiligenhaus.de/
Kommentar bewerten:
0
0
Mal eine Frage…
http://www.mgv-heiligenhaus.de/chronik/index.htm
was genau ist denn das für ein verein?
Einfach der unterschied… Heimatklänge – Sängerchor?
Der damalige erste vorsitzende bei 1911 – heimatklänge hieß christian schmitz…
der aus 1902 – sängerchor hieß christoph schmitz…
Gabs da ne Verbindung?
Kommentar bewerten:
0
0
Lieber Dennis,
vielen Dank für den Hinweis
das ist im Verein bekannt.
Kommentar bewerten:
0
0
Gumfis Frage kann ich nur so beantworten.
MGV steht für Männergesangverein.
Der Name des Männergesangverein
ist Heimatklänge.
Der Standort des Gesangverein
ist Heiligenhaus.
Also”MGV Heimatklänge Heiligenhaus”
Verstanden, oder gibt es noch Fragen?
Kommentar bewerten:
0
0
Zu Gumfis Frage Nr.2
Es gab nie eine Verbindung zu Christoph Schmitz.
Hier muß ein Irrtum vorliegen.
Dem Verein ist kein Christoph Schmitz bekannt.
Es gab einen Christian Schmitz.
Wie kommen Sie an (1902 Cristoph Schmitz)?
Kommentar bewerten:
0
0
Hallo Herr Dünn,
was MGV bedeutet verstehe ich schon!
Mir ging es eher darum, auf folgender Webseite:
— http://www.mgv-heiligenhaus.de —
(dies ist anscheinend nicht die webseite ihres vereins)
Habe ich Informationen zu einem weiteren Männergesangsverein aus Heiligenhaus gefunden.
Diesen Verein scheint es wohl schon seit 1902 zu geben.
Ich war anfangs, beim ersten betrachten der seite, nur etwas verwirrt, dass der erste vorsitzende ebenfalls mit Nachnamen “Schmitz” hieß und die Vornamen so ähnlich sind.
Am besten schauen Sie sich die Seite einmal selbst an.
Hier noch einmal der Link:
http://www.mgv-heiligenhaus.de
In der Chronik finden Sie die Informationen zum damaligen ersten Vorsitzenden dieses Vereins.
Fand das ganze im ersten Moment nur etwas verwirrend…
Viele Grüße
Marcel – (Gumfi)
Kommentar bewerten:
0
0
Hallo Gumfi Hallo Friedel,
es gibt sowohl ein weiteres Heiligenhaus ( Overrath bei Köln) als auch dort einen MGV. Steht auf der Start Seite MGV Heiligenhaus.de . Das dort gezeigte Bild kann man tatsächlich mit der Abtsküche verwechseln.
Gruß
Dreisi
Kommentar bewerten:
0
0
ah
heisst ich hab hier ganz umsonst verwirrung gestiftet…
Danke für den Kommentar Dreisi!
Kommentar bewerten:
0
0